„SAMS“ begleitet Inklusives Patenschaftsprojekt von zwei Schulen in Mayen

Der 10jährige Lukas* freut sich auf den heutigen Nachmittag. Er wird seine Patin Sandy* wiedersehen. Er und 6 weitere seiner Mitschüler*innen in der Grundschule Hinter Burg haben vor einigen Wochen Chancenpatenschaften mit 6 Schüler*innen der benachbarten Genoveva-Förderschule gebildet. Gemeinsam sind sie im SAMS-Projekt miteinander unterwegs.

Die Idee für ein gemeinsames inklusives Projekt war nicht neu. „Ein schulübergreifendes Projekt wollten wir immer schon mal machen“, erklären mir Lena Hübel, Schulleiterin der Genoveva-Förderschule, und Christoph Buschmann, Leiter der benachbarten Grundschule. „Dass wir damals auf einer Schulleitungs-Dienstbesprechung vom Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“ hörten, kam genau richtig.“

Ängste abbauen, Stärken entdecken! – so könnte der Untertitel des inklusiven SAMS-Projektes lauten. Kinder aus Grund- und Förderschule sind in Chancenpatenschaften verbunden, lösen zusammen Aufgaben, präsentieren ihre Ergebnisse vor der Gesamtgruppe, erhalten seitens der anderen Tandems Rückmeldungen, werden belobigt und bekommen Wunschpunkte. Diese kleben sie auf den SAMS-Kopf der Patenschafts-Gruppe. Wenn das SAMS genug Punkte hat, werden Wünsche erfüllt. Die SAMS-Geschichte untermalt die Aktionen der Tandems; damit ist ein lokaler Bezug zum Kinder­programm der Mayener Burgfestspiele hergestellt.

Ich möchte wissen, wie es zu den Kinder-Paaren gekommen ist. Lukas kann mir das erklären: „Bei unserem ersten Treffen haben wir miteinander Kennenlernspiele gemacht. Dabei haben wir uns dann irgendwie gefunden!“ Die Schulleitungen bestätigen die selbstständige Zuordnung der Kinder. Es war auch für die Pädagog*innen interessant zu beobachten, dass die Paar-Bildung ohne Schwierigkeiten funktionierte. Kinder können was!

Alle haben profitiert
Beim ersten Tandem-Treffen war die vorhandene Scheu der Kindern schnell abgelegt. Mitein­ander eine Aufgabe zu lösen, stand im Vordergrund, und das mit Spaß, Rücksichtnahme und gegen­seitiger Unterstützung. Hübel erklärt dazu: „Die Kinder mussten wirklich aufeinander eingehen. Ich erinnere mich an eine Szene, in der ein Kind von der Konsistenz der Fingerfarbe fasziniert war und die Farbe zuerst durch Matschen und Experimentieren erfahren „musste“, bevor es sich auf die eigentliche Aufgabenstellung einlassen konnte. Und sein Tandempartner hat geduldig gewartet. Es war beeindruckend!“ Aber nicht nur die Kinder der Förderschule haben profitiert. „Unsere Grundschulkinder konnten viel von den Kindern der Förderschule mitnehmen“, ergänzt Buschmann, „zum Beispiel das offene Herangehen an Dinge, ganz unverkopft. Das gemeinsame Tun hat unsere Kinder lockerer gemacht.“

Nicht nur die Schulleitungen und die beteiligten Kinder freuen sich an den Erlebnissen im SAMS-Projekt, auch die beiden beteiligten Lehrerinnen sind begeistert. Sie fühlen sich nun miteinander vernetzt und in gutem Austausch. Ein positiver Nebeneffekt des Engagements im Programm.

Als Abschluss ein Highlight für alle
Heute warten wieder ein paar Aufgaben auf Lukas und Sandy. „Und was könnte noch so kommen?“, frage ich. Lukas´ Augen leuchten: „Zum Abschluss dürfen wir dann alle zusammen zum Minigolf gehen!“ Ein Gemeinschaftserlebnis als Highlight am Ende eines sehr gelungenen Projektes. Wie wunderbar! Beide Schulleitungen sind sich einig: „Das wird nicht das letzte gemeinsame Projekt unserer Schulen gewesen sein!“

Dorothee Kreling
Projektmanagement Rheinland-Pfalz

*Die Namen der Kinder sind frei erfunden.

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