Unterseite Rheinland-Pfalz

Chancenpatenschaften auf Augenhöhe – mit- und voneinander lernen!

Wir stärken Ihr Engagement – besonders in Kita- und Schulfördervereinen

Die Stiftung Bildung agiert im Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“ (Patenschaften zwischen Kindern / Jugendlichen unterschiedlicher Teilhabemöglichkeiten) bundesweit mit regionalen Teams.

Wir, Dorothee Kreling und Levend Seyhan, sind das Team Rheinland-Pfalz (RLP) und die Ansprechpersonen für Ehrenamtliche in Kita- und Schulfördervereinen und Hauptamtliche in Bildungseinrichtungen im Rahmen des Bundesprogramms „Menschen stärken Menschen“.

Die allgemeinen Programm-Informationen finden Sie auf der Hauptseite der Stiftung Bildung unter www.stiftungbildung.com/patenschaften

Logo des Chancenpatenschaftsprogramms der Stiftung Bildung
Logo des BMFSFJ - Partner der Stiftung Bildung

Wir möchten Sie über das Patenschaftsprogramm informieren und dafür begeistern! In unserem Downloadbereich finden Sie Materialien zum Programm in Rheinland-Pfalz.
Falls wir Ihr Interesse wecken konnten, rufen Sie uns doch an! Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen!

Kontaktdaten

Porträtfoto von Dorothee Kreling - Team der Stiftung Bildung

Dorothee Kreling
Projektmanagement RLP
für die Schulamtsverwaltungsbezirke Koblenz und Trier

+49 (0)160 94 68 54 25
dorothee.kreling@stiftungbildung.com

Anschrift:
Stiftung Bildung
Postfach 1209
56702 Mayen

Porträtfoto von Levend Seyhan - Team der Stiftung Bildung

Levend Seyhan
Projektmanagement RLP
für den Schulamtsverwaltungsbezirk Neustadt a.d.W.
Büroleitung Mainz

+49 (0) 151 56 59 07 92
+49 (0) 6131 22 87 35
levend.seyhan@stiftungbildung.com

Anschrift:
Stiftung Bildung
Schießgartenstr. 11
55116 Mainz

Über uns

Dorothee Kreling

Ich bin 50 Jahre alt und wohne seit Herbst 2018 in Rheinland-Pfalz. Ich freue mich darauf, mit vielen engagierten Kindern, Jugendlichen und Haupt- und Ehrenamtlichen in ...

… Kitas und Schulen und ihren Fördervereinen im Programm „Menschen stärken Menschen“ unterwegs zu sein.

Bevor ich nach Rheinland-Pfalz zog, habe ich das Bundesprogramm mit der ursprünglichen Ausrichtung auf Patenschaften zwischen Kindern/Jugendlichen mit und ohne Fluchterfahrung drei Jahre lang sehr erfolgreich in Thüringen einführen dürfen. Ich denke sehr gern an die bereichernden Begegnungen mit den Engagierten vor Ort an den Kooperationsstandorten in diesen Jahren zurück. Mit vielen wunderbaren Erfahrungen im Gepäck versuche ich, jetzt auch in Rheinland-Pfalz möglichst viele Bildungseinrichtungen ins Programm zu holen.

Das Patenschaftsprogramm bringt Spaß, fordert nur wenig Verwaltungsaufwand und ist nachhaltig wirksam.
Nach drei Jahren Praxis hat es sich zweifelsfrei bewährt!

Berufliche Stationen von mir waren:

  • Erzieherin in Hort- und Elementarbereich
  • Leitung einer großen kommunalen Kita
  • Lehrbeauftragte in der Aus- und Fortbildung von Erzieher*innen
  • Lehrbeauftragte an College in England
  • Freiberufliche Tätigkeit als Business-Trainerin für Team- und Personalentwicklung
  • Programm-Managerin im Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“

Heute bin ich sowohl für die Stiftung Bildung in RLP tätig, als auch für den Thüringer Landesverband der Schulfördervereine.

Levend Seyhan

Ich bin 41 Jahre alt und verheiratet und lebe schon seit zwanzig Jahren im Rhein-Main-Gebiet. Nach meinem Jura-Studium war ich viele Jahre im Vertrieb verschiedener ...

… Verlagshäuser tätig. Da ich zudem ein kreativer Mensch bin, kamen diverse Engagements im Film- und Fernsehbereich dazu. Heute bin ich für die Stiftung Bildung tätig, daneben publizierter Autor und Projektkonzepter sowie Co-Inhaber des Online-Magazins *baestard*. 2012 habe ich in Frankfurt am Main das ehrenamtliche Projekt *JuLiP* ins Leben gerufen und sieben Jahre erfolgreich geleitet. JuLiP war ein Literaturpreis für Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren, der das Ziel hatte, junge Menschen über das Mittel des literarischen Schreibens zu öffnen, indem sie über jene Themen schrieben, die ihnen auf dem Herz lagen.

Ich habe große Freude daran, junge Menschen zu unterstützen und Ihnen – sei es persönlich, sei es über Programme und Projekte – Impulse für das Leben mitzugeben. Insofern freue auch ich mich sehr, mit den vielen engagierten Kindern, Jugendlichen und Haupt- und Ehrenamtlichen in Kitas und Schulen und ihren Fördervereinen im Programm „Menschen stärken Menschen“ zusammenzuarbeiten.

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      „SAMS“ begleitet Inklusives Patenschaftsprojekt von zwei Schulen in Mayen

      Der 10jährige Lukas* freut sich auf den heutigen Nachmittag. Er wird seine Patin Sandy* wiedersehen. Er und 6 weitere seiner Mitschüler*innen in der Grundschule Hinter Burg haben vor einigen Wochen Chancenpatenschaften mit 6 Schüler*innen der benachbarten Genoveva-Förderschule gebildet. Gemeinsam sind sie im SAMS-Projekt miteinander unterwegs. Die Idee für ein gemeinsames inklusives Projekt war nicht neu. „Ein schulübergreifendes Projekt wollten wir immer schon mal machen“, erklären mir Lena Hübel, Schulleiterin der Genoveva-Förderschule, und Christoph Buschmann, Leiter der benachbarten Grundschule. „Dass wir damals auf einer Schulleitungs-Dienstbesprechung vom Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“ hörten, kam genau richtig.“ Ängste abbauen, Stärken entdecken! – so könnte der Untertitel des inklusiven SAMS-Projektes lauten. Kinder aus Grund- und Förderschule sind in Chancenpatenschaften verbunden, lösen zusammen Aufgaben, präsentieren ihre Ergebnisse vor der Gesamtgruppe, erhalten seitens der anderen Tandems Rückmeldungen, werden belobigt und bekommen Wunschpunkte. Diese kleben sie auf den SAMS-Kopf der Patenschafts-Gruppe. Wenn das SAMS genug Punkte hat, werden Wünsche erfüllt. Die SAMS-Geschichte untermalt die Aktionen der Tandems; damit ist ein lokaler Bezug zum Kinder­programm der Mayener Burgfestspiele hergestellt. Ich möchte wissen, wie es zu den Kinder-Paaren gekommen ist. Lukas kann mir das erklären: „Bei unserem ersten Treffen haben wir miteinander Kennenlernspiele gemacht. Dabei haben wir uns dann irgendwie gefunden!“ Die Schulleitungen bestätigen die selbstständige Zuordnung der Kinder. Es war auch für die Pädagog*innen interessant zu beobachten, dass die Paar-Bildung ohne Schwierigkeiten funktionierte. Kinder können was! Alle haben profitiert Beim ersten Tandem-Treffen war die vorhandene Scheu der Kindern schnell abgelegt. Mitein­ander eine Aufgabe zu lösen, stand im Vordergrund, und das mit Spaß, Rücksichtnahme und gegen­seitiger Unterstützung. Hübel erklärt dazu: „Die Kinder mussten wirklich aufeinander eingehen. Ich erinnere mich an eine Szene, in der ein Kind von der Konsistenz der Fingerfarbe fasziniert war und die Farbe zuerst durch Matschen und Experimentieren erfahren „musste“, bevor es sich auf die eigentliche Aufgabenstellung einlassen konnte. Und sein Tandempartner hat geduldig gewartet. Es war beeindruckend!“ Aber nicht nur die Kinder der Förderschule haben profitiert. „Unsere Grundschulkinder konnten viel von den Kindern der Förderschule mitnehmen“, ergänzt Buschmann, „zum Beispiel das offene Herangehen an Dinge, ganz unverkopft. Das gemeinsame Tun hat unsere Kinder lockerer gemacht.“ Nicht nur die Schulleitungen und die beteiligten Kinder freuen sich an den Erlebnissen im SAMS-Projekt, auch die beiden beteiligten Lehrerinnen sind begeistert. Sie fühlen sich nun miteinander vernetzt und in gutem Austausch. Ein positiver Nebeneffekt des Engagements im Programm. Als Abschluss ein Highlight für alle Heute warten wieder ein paar Aufgaben auf Lukas und Sandy. „Und was könnte noch so kommen?“, frage ich. Lukas´ Augen leuchten: „Zum Abschluss dürfen wir dann alle zusammen zum Minigolf gehen!“ Ein Gemeinschaftserlebnis als Highlight am Ende eines sehr gelungenen Projektes. Wie wunderbar! Beide Schulleitungen sind sich einig: „Das wird nicht das letzte gemeinsame Projekt unserer Schulen gewesen sein!“ Dorothee Kreling Projektmanagement Rheinland-Pfalz *Die Namen der Kinder sind frei erfunden.

       

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      Premiere in RLP

      Am 4.11. fand im Rahmen des Bundesprogramms “Menschen stärken Menschen” das erste Netzwerktreffen “Forum Menschen stärken Menschen an betreuenden Schulen” für Kita- und Schulfördervereine statt. Das Forum, das von der Stiftung Bildung in Zusammenarbeit mit der Stadt Mainz ins Leben gerufen wurde, bietet den Teilnehmer*innen eine Möglichkeit, sich mit anderen Engagierten zu vernetzen und sich hierbei für ihre Themen Rat und Ideen zu holen. Besprochene Themen an diesem Abend waren u.a. Gründung von Fördervereinen, Satzungen, Netzwerken, Fundraising sowie Verpflegung an Schulen. Das nächste Forum findet am 18.11. (Montag) von 18 bis 20 Uhr erneut im Kinder-, Jugend- und Kulturzentrum Haus Haifa in Mainz-Mombach (Zeystrasse 5) statt. Weitere Informationen erhalten Sie über die Webseite des Kulturzentrums – hier klicken – oder per eMail an levend.seyhan@stiftungbildung.com. Anmeldungen sind bitte an eben genannte eMail zu richten. Wir freuen uns auf Sie!

       

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      Jetzt geht´s los!

      „Wer zu Fuß zur Schule läuft oder mit dem Fahrrad fährt, tut nicht nur sich selbst etwas Gutes, sondern trägt damit auch ein kleines Stück zum Schutz der Umwelt bei.“ Gemäß diesen Worten von Norbert Müller, dem Vorsitzenden der Kinderkommission des Deutschen Bundestages, beginnen die beiden Mayener Bildungseinrichtungen, Kita und Grundschule St. Veit, ihr gemeinsames Patenschaftsprojekt zu Umwelt- und Verkehrserziehung. Dafür haben sich Kinder von Kita und Grundschule in Tandems zusammengeschlossen und wollen nun viele Wochen regelmäßig im Programm “Menschen stärken Menschen“ miteinander unterwegs sein. Ein toller Anfang! Nach der Matching-Veranstaltung, in der sich die Kinder spielerisch in Tandems gefunden haben, beginnt das Projekt thematisch mit einem Nachmittagsevent auf dem Parkplatz der Einrichtungen. Der ist heute gesperrt und gehört ausschließlich den Kindern. Herr Piepke, Erzieher im Kindergarten, erklärt: „Räume zurückzuerobern, die Autos beanspruchen, ist das Anliegen unseres ersten Tages.“ Und das kommt gut an. Das Gelände ist abgesperrt, mit bunten Bändern geschmückt, Spielzeuge stehen bereit und der Nachmittagssnack wartet auch schon auf die Akteur*innen. Den Kindern macht es sichtlich Spaß, hier einmal ungestört spielen zu dürfen. Das ist aber auch etwas Besonderes: Die Kinder dürfen heute nicht vom Parkplatz vertrieben werden durch die Autos der „Großen“! Für vorbeikommende Erwachsene gibt es Informationsmaterialien, die darüber aufklären, worum es hier und in den kommenden Wochen gehen soll. Das Thema kommt offensichtlich gut an. Eltern verweilen, lesen, treten in Dialog mit Kindern und Betreuer*innen. „Aktionstage zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ Die Aktionstage werden bereits seit 1994 in Deutschland vom Deutschen Kinderhilfswerk durchgeführt, seit 2007 in Kooperation mit dem VCD (Ökologischer Verkehrsclub Deutschland e.V.). Schulklassen und Kindergartengruppen sind aufgerufen, sich mit verschiedensten Aktionen zu beteiligen. Es geht um eine „familien- und umweltfreundliche Mobilität“ und darum, „wie wir leben wollen“. So liest man auf den Webseiten der Veranstalter. Die drei, die Patenschaften begleitenden Pädagog*innen, Frau Hickmann von der Grundschule, Frau Strödel und Herr Piepke aus der Kita (siehe Foto, von links) freuen sich schon auf die vielen einrichtungsübergreifenden Aktionen. „Einmal werden die „Gelben Füße“ mit neuer Farbe versorgt“, wird mir erklärt. Die sog. „Gelben Füße“ wurden einst im Rahmen eines Verkehrssicherheitsprojektes der Unfallkasse Rheinland-Pfalz in Kooperation mit dem Förderverein, der Schulleitung und des Ordnungsamtes der Stadt Mayen in der nächsten Umgebung der Schule angebracht. Sie helfen Kindern im Straßenverkehr und warnen vor gefährlichen Stellen. Nun sind sie verblasst und brauchen dringend Auffrischung. „Das können wir wunderbar einbauen in unser Tandemprojekt“, so Frau Hickmann. Mit „Menschen stärken Menschen“ gibt es ein Budget für ehrenamtliches Engagement und tolle Projekte Das Patenschaftsprogramm des Bundesfamilienministeriums, für das die spendenfinanzierte Stiftung Bildung als Programmträger fungiert, generiert Fördergelder, die Kindern Teilhabe ermöglichen und Bildungschancen eröffnen. Frau Hickmann berichtet: „Bereits kommen Stimmen aus den anderen Schulklassen der St. Veit Grundschule: Und wann dürfen wir in Tandems schöne Dinge machen?“ Wir hoffen, das Programm läuft in 2020 weiter, wie vorgesehen. Dann gibt es auch für die anderen Schüler*innen an der St.-Veit-Grundschule eine Chance! Falls auch Sie Interesse haben, durch „Menschen stärken Menschen“ an Ihrer Bildungseinrichtung gefördert zu werden, kontaktieren Sie uns! Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre Mail!

       

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      Erster Seminarfachtag für Rheinland-Pfalz

      Am 21. September 2019 hat in der Dr.-Martin-Luther-King-Grundschule in Mainz der erste Seminarfachtag für Kita- und Schulfördervereine stattgefunden. Initiiert wurde diese Veranstaltung von der spendenfinanzierten Stiftung Bildung. Der Seminarfachtag fand in Kooperation mit dem Bundesverband der Kita- und Schulfördervereine e.V. (BSFV) sowie dem Amt für Jugend und Familie der Stadt Mainz statt.   Damit kam die spendenfinanzierte Stiftung Bildung ihrem selbst gesetzten Auftrag nach. Sie will mit Angeboten zu aktuellen Themen sowie zu regelmäßigem Austausch die Arbeit der Fördervereine stärken. Partizipation und Vielfalt in der Bildung zu stärken, sind weitere Ziele.    Das Veranstaltungsprogramm des Seminarfachtags bot neben der Chance zur Vernetzung der an Kita- und Schulfördervereinen Engagierten zwei Workshops an. Die Themen dieser vor- und nachmittags parallel stattfindenden Workshops waren “Gründen und Führen von Fördervereinen” und “Fundraising”.   Der Workshop “Fundraising” wurde von Miriam Wagner Long, Geschäftsführerin der Agentur Zielgenau, gehalten. Sie begeisterte die Teilnehmer*innen mit zahlreichen neuen Impulsen zum erfolgreichen Auftritt von Fördervereinen. Den Workshop “Gründen und Führen von Fördervereinen” hielt Andreas Kessel, Vorstandsmitglied bei der Stiftung Bildung und stellv. Vorsitzender beim BSFV. Hier schätzten die Teilnehmer*innen besonders seinen Rundum-Blick sowie die Anekdoten aus seinem reichhaltigen Erfahrungsfundus.   Dem Seminarfachtag war im August bereits ein erstes Treffen vorausgegangen. Mehr erfahren Jetzt den Artikel teilen!

       

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      Sortierter Plastikmüll am Strand Plastikmüll vermeiden

      Plastik findet sich heute überall, sogar im Meer und menschlichen Körper. Zwei 16-Jährige aus Rheinland-Pfalz wollten das nicht länger hinnehmen und gründeten eine Recycling-Firma, um Plastikmüll zu vermeiden – unterstützt von der spendenfinanzierten Stiftung Bildung. Müll am Strand? Für Milan von dem Bussche war es der Grund, aktiv zu werden. “Jeden Tag häuften sich bei uns zuhause die angespülten Plastikberge”, sagt der 16-jährige Schüler vom Oppenheimer Gymnasium zu St. Katharinen. Er wuchs auf Malta auf und erlebte dort hautnah, wie das Meer zum “Abfalleimer” wurde. Erst wollte er Plastik boykottieren. Heute ist er Mitgründer einer Schülerfirma, die auf Plastik sogar spezialisiert ist. Mit Handyhüllen Plastikmüll vermeiden Zusammen mit Mitschüler Paul Nehme, 16, fing Milan Mitte 2018 an, Handyhüllen aus recyceltem Plastikmüll herzustellen. Besser gesagt: zu drucken. Denn die Schutzkappen für Handyrückseiten kommen aus dem 3D-Drucker. Ein kostspieliges Gerät, das Paul in die Partnerschaft eingebracht hat. Er ist der Techniker von beiden. Als die Hülle seines Smartphones zerbrach, beschloss er, sich einfach eine neue zu drucken. Denn Selbermachen fasziniert ihn seit Kindesbeinen. “Von Maker-Magazinen konnte ich schon damals nicht die Finger lassen”, erzählt Paul. Gartenschere und Küchenmixer Maker, also Tüftler oder Bastler, sind die beiden im wahrsten Sinne des Wortes. Plastik ist für sie heute ein nützlicher Werkstoff. Entscheidend ist, woher er stammt und wo er bleibt. Bei Milan und Paul kam er anfangs durch eigenhändiges Sammeln, Waschen und Zerkleinern von Verpackungsmüll zusammen. Letzteres mit Gartenschere und Küchenmixer in der heimischen Garage. Das Ziel: so viel Plastikmüll vermeiden wie möglich. Das Plastik muss perfekt sein “Nach vielen schlaflosen Nächten, durchgebrannten Kabeln und zerstörten Bohrern, stand dann die erste Version unserer selbst entwickelten Plastik-Schmelze”, schildern die beiden ihre ersten Gehversuche. Die Schmelze braucht man auf dem Weg vom Müll zur Handyhülle. Und das geschmolzene Plastik muss dazu perfekt sein. Nur fein säuberlich zu einer Rolle aufgedrehte Plastikschnur kann Pauls Hochleistungsdrucker verarbeiten. Der Erfolg bleibt nicht aus Bald überholten sich die Schüler quasi selbst. Für ihre Testversuche verbrauchten sie mehr Plastik, als sie sammeln konnten. Die Jungen beschlossen, ihr Projekt “Plastikmüll vermeiden” öffentlich zu machen. Zunächst auf Instagram, „wo wir in kurzer Zeit weit über tausend Follower bekamen“, schwärmt Paul. Dann stellten sie ihre Pläne in der Schule vor – und auch hier blieb der Erfolg nicht aus. Mit anderen starteten die Tüftler eine Müllsammelaktion in der Nachbarschaft. „Angespornt dadurch fingen Mitschüler*innen plötzlich an, auch zuhause Plastikmüll zu sammeln“, sagt Milan. Mittlerweile steht in der Schule sogar ein selbst gebauter Sammelcontainer. Bundeswettbewerb „Jugend gründet“ Das Ergebnis war viel vorsortierter Plastikmüll. Oder, wie Milan und Paul es nennen, „ein starkes Fundament für weitere Projekte“. Denn für die beiden Jungunternehmer war der nächste Schritt bald klar: „Wir schrieben einen Businessplan und starteten in den Bundeswettbewerb Jugend gründet“. Und dort belegten sie Ende Juni 2019 prompt den ersten Platz. Für ihren Infostand beim Wettbewerbsfinale bekamen sie das nötige Geld von der spendenfinanzierten Stiftung Bildung. Den Bau des Standes haben sie stolz mit einen kleinen Film im Zeitraffer verewigt. Wie kann es weitergehen? Den geschriebenen Businessplan wollen die beiden jetzt so schnell wie möglich umsetzen, um noch mehr Plastikmüll zu  vermeiden. Aber der Weg von der Schülerfirma zum richtigen Unternehmen ist steinig. Eine Firma gründen müssen sie, wenn sie ihre Ideen wirklich umsetzen wollen. Die heimische Garage ist zu klein, eine halbe Tonne Plastikmüll lagert dort mittlerweile. Die Jungen bräuchten eine Halle für die Produktion. Doch behördliche Genehmigungen lassen auf sich warten. Wie kann es weitergehen? Unterstützung für den nächsten Schritt Hilfe kommt von Milans Schwester. Sie ist volljährig und wird Geschäftsführerin der neuen Firma. QI-Tech heißt sie. Eine Website gibt es schon. Bald sollen Kund*innen dort bestellen und ihre Handyhüllen aus Plastikmüll selbst „konfigurieren“ können. Also Designs aussuchen und mit dem eigenen Namen versehen. Dazu müssen die Jungunternehmer ihre Maschinen weiterentwickeln. Doch dafür reicht das „Taschengeldbudget“ der beiden Elftklässler nicht mehr aus. Das Geld kommt erneut von der Stiftung Bildung. Zusammen ans Ziel „Die Hochs und Tiefs bei der Entwicklung der Maschinen haben immer wieder unser Durchhaltevermögen getestet“, sagen Paul und Milan. Aber die Hilfe von allen Seiten habe sie beflügelt. Angefangen bei der Schulleitung und dem Schulförderverein bis hin zu den Mitschüler*innen, die beim Plastiksammeln helfen. Für sie soll jetzt sogar ein computergestützter Sammelautomat gebaut werden. Bei technischen Fragen geholfen haben ihnen engagierte Lehrer*innen, ihre Robotik-AG und die AG „Jugend forscht“. Sogar der Hausmeister war mit dabei. „Er hat mir das Schweißen beigebracht, als ich unsere Plastikschmelze zusammengebaut habe“, sagt Paul. Ein breites Engagement An vielen Kitas und Schulen ist so ein breites Engagement die Basis, damit besondere Projekte für Kinder und Jugendliche überhaupt möglich sind. Gebündelt wird der Einsatz oft von den Kita- und Schulfördervereinen. Die Stiftung Bildung sammelt für sie bundesweit Spenden, unterstützt mit Know-how und Vernetzung. Das Thema “Plastikmüll vermeiden” fördert sie mit einem eigenen Fonds. Aktuell forschen hier über 500 Kinder an 22 Grundschulen und Kitas bundesweit, wie sie in ihrem Umfeld verantwortungsvoll mit Plastik umgehen können. Plastikmüll vermeiden: Industriespionage erwünscht Diese Verantwortung treibt auch Milan und Paul an. Um die Mitschüler*innen zum Müllsammeln zu bringen, hatten sie im Rahmen eines Projektes zunächst Unterrichtseinheiten zum Thema Plastikmüll durchgeführt. Die Idee zog Kreise und das ist genau das, was sich die Jungen wünschen: Sie wollen, dass andere ihren Plan aufgreifen und aus Plastikmüll innovative neue Produkte machen. Dazu werden sie eigens Kurzvideos herstellen, in denen sie ihren Herstellungsprozess und die einzelnen Maschinen genau erklären: Industriespionage erwünscht – je mehr, desto besser. Damit Plastik im Meer irgendwann der Vergangenheit angehört. Mehr: Die qi-tech-Macher im Interview nach der Preisverleihung “Jugend gründet” 2019 Unterstützt wurden Milan und Paul in Kooperation mit der Karl Schlecht Stiftung und der Joachim Herz Stiftung im Rahmen des Fördertopfes Entrepreneurship Education. Die Sensibilisierung zum Thema Kunststoff fördert die Stiftung Bildung zusammen mit der Röchling Stiftung aus Mitteln des Förderfonds Ein Kreislauf für Kunststoff. Titelfoto: Jasmin Sessler / pixabay Jetzt den Artikel teilen!

       

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