Unterseite Rheinland-Pfalz

Chancenpatenschaften auf Augenhöhe – mit- und voneinander lernen!

Wir stärken Ihr Engagement – besonders in Kita- und Schulfördervereinen

Die Stiftung Bildung agiert im Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“ (Patenschaften zwischen Kindern / Jugendlichen unterschiedlicher Teilhabemöglichkeiten) bundesweit mit regionalen Teams.

Wir, Dorothee Kreling und Levend Seyhan, sind das Team Rheinland-Pfalz (RLP) und die Ansprechpersonen für Ehrenamtliche in Kita- und Schulfördervereinen und Hauptamtliche in Bildungseinrichtungen im Rahmen des Bundesprogramms „Menschen stärken Menschen“.

Die allgemeinen Programm-Informationen finden Sie auf der Hauptseite der Stiftung Bildung unter www.stiftungbildung.com/patenschaften

Logo des Chancenpatenschaftsprogramms der Stiftung Bildung
Logo des BMFSFJ - Partner der Stiftung Bildung

Wir möchten Sie über das Patenschaftsprogramm informieren und dafür begeistern! In unserem Downloadbereich finden Sie Materialien zum Programm in Rheinland-Pfalz.
Falls wir Ihr Interesse wecken konnten, rufen Sie uns doch an! Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen!

Kontaktdaten

Porträtfoto von Dorothee Kreling - Team der Stiftung Bildung

Dorothee Kreling
Projektmanagement RLP
für die Schulamtsverwaltungsbezirke Koblenz und Trier

+49 (0)160 94 68 54 25
dorothee.kreling@stiftungbildung.com

Anschrift:
Stiftung Bildung
Postfach 1209
56702 Mayen

Porträtfoto von Levend Seyhan - Team der Stiftung Bildung

Levend Seyhan
Projektmanagement RLP
für den Schulamtsverwaltungsbezirk Neustadt a.d.W.
Büroleitung Mainz

+49 (0) 151 56 59 07 92
+49 (0) 6131 22 87 35
levend.seyhan@stiftungbildung.com

Anschrift:
Stiftung Bildung
Schießgartenstr. 11
55116 Mainz

Über uns

Dorothee Kreling

Ich bin 50 Jahre alt und wohne seit Herbst 2018 in Rheinland-Pfalz. Ich freue mich darauf, mit vielen engagierten Kindern, Jugendlichen und Haupt- und Ehrenamtlichen in ...

… Kitas und Schulen und ihren Fördervereinen im Programm „Menschen stärken Menschen“ unterwegs zu sein.

Bevor ich nach Rheinland-Pfalz zog, habe ich das Bundesprogramm mit der ursprünglichen Ausrichtung auf Patenschaften zwischen Kindern/Jugendlichen mit und ohne Fluchterfahrung drei Jahre lang sehr erfolgreich in Thüringen einführen dürfen. Ich denke sehr gern an die bereichernden Begegnungen mit den Engagierten vor Ort an den Kooperationsstandorten in diesen Jahren zurück. Mit vielen wunderbaren Erfahrungen im Gepäck versuche ich, jetzt auch in Rheinland-Pfalz möglichst viele Bildungseinrichtungen ins Programm zu holen.

Das Patenschaftsprogramm bringt Spaß, fordert nur wenig Verwaltungsaufwand und ist nachhaltig wirksam.
Nach drei Jahren Praxis hat es sich zweifelsfrei bewährt!

Berufliche Stationen von mir waren:

  • Erzieherin in Hort- und Elementarbereich
  • Leitung einer großen kommunalen Kita
  • Lehrbeauftragte in der Aus- und Fortbildung von Erzieher*innen
  • Lehrbeauftragte an College in England
  • Freiberufliche Tätigkeit als Business-Trainerin für Team- und Personalentwicklung
  • Programm-Managerin im Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“

Heute bin ich sowohl für die Stiftung Bildung in RLP tätig, als auch für den Thüringer Landesverband der Schulfördervereine.

Levend Seyhan

Ich bin 41 Jahre alt und verheiratet und lebe schon seit zwanzig Jahren im Rhein-Main-Gebiet. Nach meinem Jura-Studium war ich viele Jahre im Vertrieb verschiedener ...

… Verlagshäuser tätig. Da ich zudem ein kreativer Mensch bin, kamen diverse Engagements im Film- und Fernsehbereich dazu. Heute bin ich für die Stiftung Bildung tätig, daneben publizierter Autor und Projektkonzepter sowie Co-Inhaber des Online-Magazins *baestard*. 2012 habe ich in Frankfurt am Main das ehrenamtliche Projekt *JuLiP* ins Leben gerufen und sieben Jahre erfolgreich geleitet. JuLiP war ein Literaturpreis für Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren, der das Ziel hatte, junge Menschen über das Mittel des literarischen Schreibens zu öffnen, indem sie über jene Themen schrieben, die ihnen auf dem Herz lagen.

Ich habe große Freude daran, junge Menschen zu unterstützen und Ihnen – sei es persönlich, sei es über Programme und Projekte – Impulse für das Leben mitzugeben. Insofern freue auch ich mich sehr, mit den vielen engagierten Kindern, Jugendlichen und Haupt- und Ehrenamtlichen in Kitas und Schulen und ihren Fördervereinen im Programm „Menschen stärken Menschen“ zusammenzuarbeiten.

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      Sortierter Plastikmüll am Strand Plastikmüll vermeiden

      Plastik findet sich heute überall, sogar im Meer und menschlichen Körper. Zwei 16-Jährige aus Rheinland-Pfalz wollten das nicht länger hinnehmen und gründeten eine Recycling-Firma, um Plastikmüll zu vermeiden – unterstützt von der spendenfinanzierten Stiftung Bildung. Müll am Strand? Für Milan von dem Bussche war es der Grund, aktiv zu werden. „Jeden Tag häuften sich bei uns zuhause die angespülten Plastikberge“, sagt der 16-jährige Schüler vom Oppenheimer Gymnasium zu St. Katharinen. Er wuchs auf Malta auf und erlebte dort hautnah, wie das Meer zum „Abfalleimer“ wurde. Erst wollte er Plastik boykottieren. Heute ist er Mitgründer einer Schülerfirma, die auf Plastik sogar spezialisiert ist. Mit Handyhüllen Plastikmüll vermeiden Zusammen mit Mitschüler Paul Nehme, 16, fing Milan Mitte 2018 an, Handyhüllen aus recyceltem Plastikmüll herzustellen. Besser gesagt: zu drucken. Denn die Schutzkappen für Handyrückseiten kommen aus dem 3D-Drucker. Ein kostspieliges Gerät, das Paul in die Partnerschaft eingebracht hat. Er ist der Techniker von beiden. Als die Hülle seines Smartphones zerbrach, beschloss er, sich einfach eine neue zu drucken. Denn Selbermachen fasziniert ihn seit Kindesbeinen. „Von Maker-Magazinen konnte ich schon damals nicht die Finger lassen“, erzählt Paul. Gartenschere und Küchenmixer Maker, also Tüftler oder Bastler, sind die beiden im wahrsten Sinne des Wortes. Plastik ist für sie heute ein nützlicher Werkstoff. Entscheidend ist, woher er stammt und wo er bleibt. Bei Milan und Paul kam er anfangs durch eigenhändiges Sammeln, Waschen und Zerkleinern von Verpackungsmüll zusammen. Letzteres mit Gartenschere und Küchenmixer in der heimischen Garage. Das Ziel: so viel Plastikmüll vermeiden wie möglich. Das Plastik muss perfekt sein „Nach vielen schlaflosen Nächten, durchgebrannten Kabeln und zerstörten Bohrern, stand dann die erste Version unserer selbst entwickelten Plastik-Schmelze“, schildern die beiden ihre ersten Gehversuche. Die Schmelze braucht man auf dem Weg vom Müll zur Handyhülle. Und das geschmolzene Plastik muss dazu perfekt sein. Nur fein säuberlich zu einer Rolle aufgedrehte Plastikschnur kann Pauls Hochleistungsdrucker verarbeiten. Der Erfolg bleibt nicht aus Bald überholten sich die Schüler quasi selbst. Für ihre Testversuche verbrauchten sie mehr Plastik, als sie sammeln konnten. Die Jungen beschlossen, ihr Projekt „Plastikmüll vermeiden“ öffentlich zu machen. Zunächst auf Instagram, „wo wir in kurzer Zeit weit über tausend Follower bekamen“, schwärmt Paul. Dann stellten sie ihre Pläne in der Schule vor – und auch hier blieb der Erfolg nicht aus. Mit anderen starteten die Tüftler eine Müllsammelaktion in der Nachbarschaft. „Angespornt dadurch fingen Mitschüler*innen plötzlich an, auch zuhause Plastikmüll zu sammeln“, sagt Milan. Mittlerweile steht in der Schule sogar ein selbst gebauter Sammelcontainer. Bundeswettbewerb „Jugend gründet“ Das Ergebnis war viel vorsortierter Plastikmüll. Oder, wie Milan und Paul es nennen, „ein starkes Fundament für weitere Projekte“. Denn für die beiden Jungunternehmer war der nächste Schritt bald klar: „Wir schrieben einen Businessplan und starteten in den Bundeswettbewerb Jugend gründet“. Und dort belegten sie Ende Juni 2019 prompt den ersten Platz. Für ihren Infostand beim Wettbewerbsfinale bekamen sie das nötige Geld von der spendenfinanzierten Stiftung Bildung. Den Bau des Standes haben sie stolz mit einen kleinen Film im Zeitraffer verewigt. Wie kann es weitergehen? Den geschriebenen Businessplan wollen die beiden jetzt so schnell wie möglich umsetzen, um noch mehr Plastikmüll zu  vermeiden. Aber der Weg von der Schülerfirma zum richtigen Unternehmen ist steinig. Eine Firma gründen müssen sie, wenn sie ihre Ideen wirklich umsetzen wollen. Die heimische Garage ist zu klein, eine halbe Tonne Plastikmüll lagert dort mittlerweile. Die Jungen bräuchten eine Halle für die Produktion. Doch behördliche Genehmigungen lassen auf sich warten. Wie kann es weitergehen? Unterstützung für den nächsten Schritt Hilfe kommt von Milans Schwester. Sie ist volljährig und wird Geschäftsführerin der neuen Firma. QI-Tech heißt sie. Eine Website gibt es schon. Bald sollen Kund*innen dort bestellen und ihre Handyhüllen aus Plastikmüll selbst „konfigurieren“ können. Also Designs aussuchen und mit dem eigenen Namen versehen. Dazu müssen die Jungunternehmer ihre Maschinen weiterentwickeln. Doch dafür reicht das „Taschengeldbudget“ der beiden Elftklässler nicht mehr aus. Das Geld kommt erneut von der Stiftung Bildung. Zusammen ans Ziel „Die Hochs und Tiefs bei der Entwicklung der Maschinen haben immer wieder unser Durchhaltevermögen getestet“, sagen Paul und Milan. Aber die Hilfe von allen Seiten habe sie beflügelt. Angefangen bei der Schulleitung und dem Schulförderverein bis hin zu den Mitschüler*innen, die beim Plastiksammeln helfen. Für sie soll jetzt sogar ein computergestützter Sammelautomat gebaut werden. Bei technischen Fragen geholfen haben ihnen engagierte Lehrer*innen, ihre Robotik-AG und die AG „Jugend forscht“. Sogar der Hausmeister war mit dabei. „Er hat mir das Schweißen beigebracht, als ich unsere Plastikschmelze zusammengebaut habe“, sagt Paul. Ein breites Engagement An vielen Kitas und Schulen ist so ein breites Engagement die Basis, damit besondere Projekte für Kinder und Jugendliche überhaupt möglich sind. Gebündelt wird der Einsatz oft von den Kita- und Schulfördervereinen. Die Stiftung Bildung sammelt für sie bundesweit Spenden, unterstützt mit Know-how und Vernetzung. Das Thema “Plastikmüll vermeiden” fördert sie mit einem eigenen Fonds. Aktuell forschen hier über 500 Kinder an 22 Grundschulen und Kitas bundesweit, wie sie in ihrem Umfeld verantwortungsvoll mit Plastik umgehen können. Plastikmüll vermeiden: Industriespionage erwünscht Diese Verantwortung treibt auch Milan und Paul an. Um die Mitschüler*innen zum Müllsammeln zu bringen, hatten sie im Rahmen eines Projektes zunächst Unterrichtseinheiten zum Thema Plastikmüll durchgeführt. Die Idee zog Kreise und das ist genau das, was sich die Jungen wünschen: Sie wollen, dass andere ihren Plan aufgreifen und aus Plastikmüll innovative neue Produkte machen. Dazu werden sie eigens Kurzvideos herstellen, in denen sie ihren Herstellungsprozess und die einzelnen Maschinen genau erklären: Industriespionage erwünscht – je mehr, desto besser. Damit Plastik im Meer irgendwann der Vergangenheit angehört. Mehr: Die qi-tech-Macher im Interview nach der Preisverleihung „Jugend gründet“ 2019 Unterstützt wurden Milan und Paul in Kooperation mit der Karl Schlecht Stiftung und der Joachim Herz Stiftung im Rahmen des Fördertopfes Entrepreneurship Education. Die Sensibilisierung zum Thema Kunststoff fördert die Stiftung Bildung zusammen mit der Röchling Stiftung aus Mitteln des Förderfonds Ein Kreislauf für Kunststoff. Titelfoto: Jasmin Sessler / pixabay Jetzt den Artikel teilen!

       

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      Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Netzwerktreffens Premiere: Erstes „Spicken vor Ort“ in Rheinland-Pfalz

      Am Freitag, den 16.08.2019, fand das erste Vernetzungs- und Qualifizierungstreffen von Kita- und Schulfördervereinen in Rheinland-Pfalz („Spicken vor Ort“) statt. Am späten Nachmittag trafen sich Vertreter*innen von 11 Vereinen zu Austausch und Weiterbildung in der Leibnizschule in Mainz. Möglich gemacht hatten das Treffen das Projektteam der Stiftung Bildung in Rheinland-Pfalz im Rahmen des Bundesprogramms „Menschen stärken Menschen“ und die Koordinatorin für Nachmittagsangebote an Mainzer Grundschulen im Amt für Jugend und Familie der Stadt Mainz. Schwerpunktthema Datenschutz Als Referent zum Thema Datenschutzgrundverordnung war Peter Gebauer gekommen. Er ist im Vorstand des Bundesverbandes der Kita- und Schulfördervereine (BSFV) aktiv und weiß bestens, welche Begrifflichkeiten und Handlungsfelder im Rahmen von ehrenamtlicher Vereinsarbeit an Bildungseinrichtungen wesentlich sind. Komplettiert wurde das Programm des Abends durch die Vorstellung des Patenschaftsprogramms des BMFSFJ „Menschen stärken Menschen“. Darüber hinaus wurde die Arbeit des Elternvereins der Leibnizschule sowie der beiden Datenschutzbeauftragten für die Fördervereine der Betreuenden Grundschulen (BGS) in Mainz vorgestellt. Eine Snack-Pause gab Raum für persönliches Kennenlernen und Vernetzung. Auch im Anschluss an das offizielle Programm wurde noch die Chance genutzt, mit dem Referenten und dem Projektmanagement der Stiftung Bildung ins Gespräch zu kommen. Nächste Chance: Seminarfachtag im September Die nächste Möglichkeit zur Professionalisierung und Kompetenzerweiterung für Engagierte in Kita- und Schulfördervereinen in Rheinland-Pfalz bietet der Seminarfachtag der Stiftung Bildung. Dieser findet am Samstag, den 21.09.19, in Mainz statt. (Dr.-Martin-King-Schule, John-F.-Kennedy-Str. 2). Das Programm (etwa 09:00 bis 15:00 Uhr) bietet die Chance zur Vernetzung untereinander. Darüber hinaus können sich die Teilnehmer*innen in zwei jeweils vor- und nachmittags parallel stattfindende Workshops mit den Themen “Gründen und führen von Fördervereinen” sowie “Fundraising” weiter bilden. Weitere Informationen zum Seminarfachtag sowie den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

       

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      „Darf ich mich vorstellen? Ich bin der Zirkusdirektor!“

      Wie das Patenschaftsprogramm Kinder individuell und in der Gruppe unterstützen kann Mit dem Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“ können Kindern und Jugendlichen Chancen eröffnet werden sich zu erproben und neu zu erfahren. Überall in Deutschland sind Kita-Kinder und Schüler*innen in sogenannten Patenschaftstandems unterwegs und lernen mit- und voneinander. Ob ein Projekt innerhalb von Kita und Schule stattfindet oder Pat*innen eigenständig in der Freizeit etwas miteinander unternehmen, letztlich geht es immer um die Eröffnung von Möglichkeiten zur Stärkung von Bildung. Es gibt unzählige Varianten, wie das Programm genutzt werden kann, denn es funktioniert an Kitas genauso wie an allen Arten von Schule. In der Kita Maria Königin in Mainz-Weisenau bereiten sich gerade Kinder-Tandems als Zirkus-Projektgruppe auf ihr diesjähriges Kita-Fest vor. Der Besuch der Projektmanagerin Es ist früher Nachmittag. Ich öffne die Tür zum Mehrzweckraum. Etwa ein Dutzend Kinder und zwei Frauen sitzen auf einer Turnmatte. Verschiedene Gerätschaften und Materialien stehen und liegen herum. Ich trete ein und alle Köpfe drehen sich zu mir um. Man erwartet mich bereits, denn mein Besuch ist angekündigt. Neugierige Blicke, ein Lächeln hier, ein Grinsen da: Spannung liegt in der Luft. Die Kita-Leitung, Anja Zerbe, stellt mich den Kindern und ihrer Kollegin, Esther Stenner, vor. Beide Frauen begleiten die 4- bis 6jährigen Pat*innen im Projekt. Heute wird nicht nur trainiert, sondern eine erste Aufführung gezeigt. Das hätten die Kinder am heutigen Vormittag entschieden, erklärt Frau Zerbe. Mir wird ein Stuhl angeboten, dann treten Frau Zerbe und Salim vor die Gruppe. Chancen eröffnen und stärken – so funktioniert das Patenschaftsprogramm Salim, 6 Jahre alt, ist hier der Zirkusdirektor und kündigt die verschiedenen Auftritte der jungen Künstler*innen und Artist*innen an. Dabei bekommt er Hilfe von der Erzieherin. Eigentlich hatte Salim erst gar nicht mitmachen wollen. Er war sich unsicher gewesen, ob ihm ein Mittun in der Zirkus-Patenschaftsgruppe Spaß machen würde. Und ein bisschen Angst davor hatte er auch. Da die Gruppe aus einer geraden Anzahl von Kindern bestand, die sich in Tandems zusammengefunden hatten und gemeinsam auftreten wollten, mangelte es zuletzt an einem Zirkusdirektor-Tandem. Frau Zerbe hatte eine Idee und rief mich kurzerhand an: „Darf ICH vielleicht ausnahmsweise als Patin mitmachen?“ Eigentlich wollen wir Patenschaften zwischen Gleichaltrigen fördern, doch Ausnahmen bestätigen manchmal die Regel. Ich bespreche mit Frau Zerbe die Einzelheiten, erkundige mich nach dem Warum und Wieso. Schnell wird klar: Hier ist eine Ausnahme eine wirklich gute Sache! Salim und die Kita-Leiterin werden Patin und Pate und gehören jetzt als Direktor-Tandem mit zur Truppe. Mit der Zusage seiner großen Patin, ihn zu unterstützen, traut sich Salim mitzumachen. Er überwindet seine Zurückhaltung und Scheu und agiert freudvoll und sehr ambitioniert. Jetzt kündigt er laut und deutlich die Kinder an, die mir gleich am Trapez ihre Kunststücke zeigen wollen. Dabei steht er ganz allein vor allen Anwesenden und macht seine Sache richtig gut. Ich bin fasziniert, was die Kinder in kurzer Zeit gelernt haben. Frau Stenner, Erzieherin in der Kita und früher selbst aktiv als Akrobatin, leitet professionell an. Der Applaus ist groß, als sich alle Trapezkünstler*innen vor der Gesamtgruppe aufreihen und verneigen. Der Zirkusdirektor preist am Ende der Trapezeinlagen noch einmal lautstark den Auftritt und fordert damit das Publikum erneut auf, Applaus zu spenden. Die Kinder beklatschen sich gegenseitig und bestärken sich im gemeinsamen Tun. Es folgen Zaubertricks, Balance-Akrobatik und vieles mehr. Chancen werden genutzt und sichtbar Als die „starken Männer“ mit ihrer Jonglage an der Reihe sind, ergreift Salim plötzlich Hanteln und bindet sich ein. Der Spaß steht ihm ins Gesicht geschrieben und alle freuen sich mit ihm an der Darbietung. Frau Zerbe und ich nicken uns zu: Diese Ausnahmepatenschaft zwischen ihr und dem Jungen eröffnet nachvollziehbar Chancen! In wenigen Wochen ist die große Aufführung im Rahmen des Kita-Sommerfestes. Die Kinder diskutieren schon, welche Kostüme sie für den jeweiligen Teil der Vorstellung tragen wollen. Laut erzählend und kein bisschen müde verlassen sie nach einer knappen Stunde den Mehrzweckraum und gehen hinunter in den Garten. Es gibt einen kleinen Snack am Nachmittag. Ich nutze die Möglichkeit, mich mit der Kita-Leiterin noch etwas zu unterhalten und erfahre von wunderbaren, „verborgenen“ Entwicklungen, die im Laufe des Tandemprojektes stattgefunden haben. Im Verborgenen liegt der Zauber Nicht ein großartiges Ergebnis eines Projektes ist das Wesentliche im Programm „Menschen stärken Menschen“, sondern die scheinbar kleinen Dinge, die sich am Rande und ganz leise, fast nebenbei ereignen und die Herzen von Pädagog*innen höherschlagen lassen. Kinder überwinden Hürden, wagen Neues, erleben sich verändert und sind dadurch beglückt und gestärkt. Darauf zielt das Bundesprogramm ab. Inzwischen sind über die Stiftung Bildung mehr als 5.000 Tandems bundesweit gestiftet worden. Bericht und Fotos: Dorothee Kreling

       

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      Kinder drängen sich gespannt am Müllfriedhof Müllfreie Schule

      Jeden Morgen packen die Schüler*innen der Grundschule an den Römersteinen in Mainz stolz ihre Frühstücksdosen aus: keine Müsliriegel in Alu, kein Obst in Frischhaltefolie und keine Brote in beschichtetem Papier. Aber was bringt das? Eine Menge. Denn die die Erst- bis Viertklässler*innen haben eine Vision. Auf einer Kinderkonferenz haben sie beschlossen, dass sie eine Schule ohne Plastik möchten. Und ihre Idee geht noch weiter: Diese Mainzer Grundschüler*innen wollen eine gänzlich müllfreie Schule und auch bei ihren Eltern das Thema Abfall in den Fokus rücken. Geld für professionelle Begleitung Zur Unterstützung hatten sich die jungen Weltretter*innen eine Umwelt-Pädagogin gewünscht, die mit ihnen ein Konzept für eine müllfreie Schule entwickelt – und zwar passend zum Programm „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Dafür beantragten sie über den Schulförderverein erfolgreich Geld aus dem Fonds „Kreislauf für Kunststoff“ der Röchling Stiftung und spendenfinanzierten Stiftung Bildung. Ein „Müllfriedhof“ entsteht Die engagierte Umweltpädagogin Andrea Oppacher-Friedrich rief als erstes Projekt einen „Müllfriedhof“ auf dem Schulgelände ins Leben. Neben selbstgebauten Kompost-Kisten ist in alten Schränken ein Friedhof mit verschiedenen Kunststoffen entstanden – zweimal im Jahr wird der Friedhof geöffnet und die Verrottung von Joghurt-Bechern, T-Shirts und Papier dokumentiert. Das Ziel: Die Kinder wollen selbst sehen und anderen zeigen, wie lange der Zerfall dauert. Kinder drängen sich um die Kisten Endlich war es dann soweit und mit großer Spannung drängten sich die Kinder um die Kisten, um zu sehen, ob sich unter der Erde schon etwas getan hat. Nach einigem Wühlen finden sie nur noch vereinzelte Reste eines Taschentuches, das vergraben war. Auch ein Teebeutel ist nur noch zu erahnen. Dafür ist das Plastik-Fruchtquetschi noch vollkommen intakt. „Das war nicht anders zu erwarten“, sagt Oppacher-Friedrich. Auf die Frage, wie die Kinder das Projekt „Müllfreie Schule“ finden, bekommen sie leuchtende Augen und antworten fast aus einem Mund: „Es ist super!“. Paula kennt sich aus Die Klassenlehrerinnen und die Umweltpädagogin haben für die müllfreie Schule intensiv mit den Kindern gearbeitet – Paula (7) aus der zweiten Klasse präsentiert stolz einen erarbeiteten Flyer. Er zeigt, wie Eltern und Kinder Plastik in der Schulausstattung vermeiden können. „Buntstifte ohne Lackierung, ein Holzlineal und Hefte mit dem Blauen Engel“, erklärt Paula den umweltfreundlichen Inhalt ihres Schulranzens. Das neu Gelernte tragen die Kinder an Freund*innen und Familie weiter. Und auch mit verpackungsfreien Supermärkten kennen sie sich schon aus. So schnell kommt den kleinen Umweltschützer*innen kein Trinkpäckchen in den Einkaufskorb. „Genau der richtige Ansatz“ „Das Projekt einer müllfreien Schule hat uns von Anfang an überzeugt. Es ist genau der richtige Ansatz, bei den Kleinsten mit der Sensibilisierung für das Thema Kunststoff und Umwelt zu beginnen“, sagt Felicitas von Hülsen vom Kuratorium der Röchling Stiftung. Katja Hintze, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Bildung ergänzt: „Genau so einen Einsatz von Schulfördervereinen wollen wir fördern – besonders wenn die Schüler*innen in diesem Maß einbezogen sind“. Mehr spannende Projekte, die die Stiftung Bildung mit Hilfe von Spenden und Partnerschaften gefördert hat, finden Sie hier bei unseren Erfolgsgeschichten.   Fotos: Sarah Pöhlmann / Stiftung Bildung Jetzt den Artikel teilen!

       

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      Wohlfühlort Schule - KGS Kirchberg - Förderpreis "Verein(t) für gute Schule" 2017 Schule als Wohlfühlort

      „Die Schüler*innen nehmen die Schule als ein Stück Heimat wahr, wo sie sich wohlfühlen und gerne hingehen. Sie ist nicht nur mit Begriffen wie Lernen, Leistungsdruck und Noten konnotiert, sondern auch wie Freundschaft, gemeinsam spielen, miteinander kommunizieren“. Diese Ziele verfolgt das Projekt Schule als Lebens(werter) Raum der KGS Kirchberg in Rheinland-Pfalz. Das langjährige Projekt Schule als Lebens(werter) Raum, das 2012 begann, umfasst ein Spektrum an Aktivitäten, die teilweise institutionalisiert, teilweise als einmalige Aktionen angelegt wurden. Die Jugendlichen lernen dabei, dass sie selbst für ihre Schule verantwortlich sind. Sie testen, wie viel Müll in einer Pause entsteht und kämpfen um den ordentlichsten Klassenraum durch den Wettbewerb O-Kla-Ra (Ordentlicher Klassenraum). Aber auch der Umgang mit der Natur ist Teil des Projekts. Gemeinsam gestalteten die Jugendlichen ein grünes Klassenzimmer und stellten Sitzmöglichkeiten aus alten Betonklötzen her. Wer glaubt, dass diese langweilig grau aussehen, sieht sich überrascht: ein buntes Mosaik verleiht den Betonelementen ein individuelles Aussehen. Dass Müll kein Müll sein muss, lernten die teilnehmenden Jugendlichen bei dem Projekt Aus Alt mach NEU. Aus vermeintlichem Müll stellten sie neue Produkte her, arbeiteten mit den unterschiedlichsten Wertstoffen und beschäftigten sich mit Mülltrennung. Ohne ehrenamtliche Unterstützung wäre diese Vielzahl von Projekten nicht umsetzbar gewesen. Der Förderverein der KGS Kirchberg akquirierte die Mittel, rechnete sie ab und unterstützte personell. Beispielsweise dokumentierten die Engagierten beim Wettbewerb O-Kla-Ra die Sauberkeit der Klassenräume. Durch die ehrenamtliche Arbeit und die aktive Schulgemeinschaft konnte die Schule zum Wohlfühlort werden. Mehr Informationen zum Projekt Schule als Lebens(werter) Raum der KGS Kirchberg in Rheinland-Pfalz finden Sie hier: www.kgs-kirchberg.de Dieses Projekt ist nominiert für den Förderpreis „Verein(t) für gute Schule“ 2017. Wir sind eine Spendenorganisation für Bildung. Der Förderpreis „Verein(t) für gute Schule“ wird erst durch Ihre Spende möglich. In diesem Jahr feiern wir unser 5-jähriges Jubiläum. Schenken Sie uns eine Spende unter www.stiftungbildung.com/spenden Bildrechte: KGS Kirchberg

       

Veranstaltungen

  • Sa
    21
    Sep
    2019
    09:00 - 15:00 UhrDr.-Martin-Luther-King-Schule Mainz, John-F.-Kennedy-Str. 7, 55122 Mainz

    Am 21. September 2019 findet erste Seminarfachtag der Stiftung Bildung in Rheinland-Pfalz für Kita- und Schulfördervereine statt. Das Veranstaltungsprogramm sieht neben der Chance zur Vernetzung der an Kita- und Schulfördervereinen Engagierten zwei vor- und nachmittags parallel stattfindende Worksho

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