Lernox: Eine online-Plattform verknüpft Wissensbausteine zu Lernkollektionen

von Ann-Kathrin Bär

Die Zukunft der Bildung ist digital. Zivilgesellschaftliche Initiativen wirken idealerweise direkt im Klassenzimmer und unterstützen pädagogisches Handeln. Von diesen Grundannahmen geht die Stiftung Bildung aus. Da ist eine Kooperation mit der in Gründung befindlichen Plattform Lernox nur folgerichtig. Mitte April soll die Initiative online gehen. Ebenfalls im April gibt es eine gemeinsame Veranstaltung von Lernox und der Stiftung Bildung im Rahmen der Berliner Stiftungswoche.
Welche Ziele das Projekt verfolgt, darüber sprach unsere Ehrenamtliche Ann-Kathrin Bär mit der Gründerin Zwetana Penova.

Was hat dich dazu angetrieben, lernox zu gründen?
Ich war fast sieben Jahre bei den Cornelsen Schulbuchverlagen und beschäftigte mich schon in dieser Zeit mit Open Education und Wissensvermittlung im digitalen Zeitalter. Dabei fiel mir auf, dass Lehrerinnen und Lehrer ständig im Internet nach Materialien suchen, um den Unterricht zu ergänzen oder zu differenzieren. Außerdem  geht meine Tochter schon seit sieben Jahren in die Schule – die Bücher und Arbeitshefte kaufen wir zwar, aber vor allem bringt sie von den Lehrern selbst erstellte Materialien nach Hause.
So entstand die Idee, ein Tool zu bauen, um Wissen aus dem Internet schnell zu finden, um es dann in den Lehr- oder Lernprozess zu integrieren. Jedoch war es in der Verlagsumgebung nur bedingt möglich, Ideen in dieser Richtung zu realisieren. Also suchte ich Leute, die Lust hatten mitzumachen, interviewte Experten, sprach mit Pädagogen und stürzte mich in das Abenteuer, selbst eine Online-Plattform zu gründen.

Was sind OER, und welche Chancen bietet die Plattform für Schulen?
Kurz zusammengefasst sind Open Educational Ressourcen  alle für das Lehren und Lernen geeignete Medien, die unter Creative-Commons-Lizenzen publiziert werden.  . Diese „Wissensbausteine“ müssen nicht unbedingt immer online sein, sind das aber meistens.
Ich finde, dass OER für deutsche Schulen eine besondere Chance bieten, sowohl curricular als auch organisatorisch flexibler zu werden: Gute OER helfen, situativ auf die Bedürfnisse und Interessen der Schüler zu reagieren, fördern den Austausch unter Kollegen und Schülern und bringen aktuelle Ereignisse in das Klassenzimmer.

Wie wird das Portal genau aussehen?
Das Beta kommt schon Mitte April heraus. Es wird zwei Bereiche geben: In einem können schnell und intuitiv kleine multimediale Wissensbausteine, die didaktisch verschlagwortet sind, gefunden werden. In dem Bereich nach der Anmeldung können diese Wissensbausteine miteinander zur Lern-Kollektionen verknüpft und mit Kollegen / Schülern geteilt werden. Ich will aber noch nicht zu viel verraten.

Wen soll das Portal ansprechen?
Da sind wir ganz optimistisch, wir wagen einen Spagat: Wir möchten zunächst die Pädagogen ansprechen, aber zugleich hoffen wir, dass auch Schüler gerne mit lernox lernen werden.

Welchen positiven Effekt erhoffst du dir in Bezug auf zeitgemäßes Lernen?
Ich bin nicht nur beruflich im Bildungsbereich aktiv – wie ich schon erzählte, habe ich ein Schulkind. Alles, was auf kreatives Denken, die Lust am Experimentieren, den Umgang mit Scheitern und die Bereitschaft zum Teilen bei Kindern zielt, ist mir sehr willkommen. Ich erlebe es auch täglich Zuhause – sobald das Modell „Lernen für die Abfrage“  durch iteratives „Lösung(en)“ finden“ ersetzt wird, wacht meine 12jährige auf.

Glaubst du, dass sich Lehrer und Schüler untereinander mehr vernetzen sollten?
Eigentlich nicht. Wozu auch?  Das ist eine individuelle Sache der Sympathie. Ich denke, Kinder brauchen ihre privaten Räume, wo sie sich der Kontrolle der Erwachsene entziehen können.
Viel mehr finde ich solche Vernetzungen sinnvoll wie, um ein Beispiel hier zu nennen, „Kreidestaub“ http://kreidestaub.net/  für Referendare. Eine super Plattform, um sich  auszutauschen und Gleichgesinnten zu begegnen.

Welche Chancen bieten sich, aber auch welche Risiken entstehen durch die neuen Medien in Bezug auf Bildung?
In Deutschland sehe ich vor allem eine Gefahr – durch rigorose Ablehnung den Anschluss zu verlieren. Die Fähigkeiten und Kompetenzen, die unsere Kinder im 21. Jahrhundert brauchen, sind ohne neue Medien nicht zu vermitteln.

mehr Informationen:
www.lernox.de
blog.lernox.de

 

 

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