Reittherapie: Vertrauen gewinnen, Fähigkeiten erproben

Kinder mit emotionalen Entwicklungsstörungen profitieren von der Reittherapie

„Überleben“ – für viele Kinder und Jugendliche mit emotionalen und sozialen Störungen ist das oberstes Ziel. Helfen kann ihnen die heilpädagogische Reittherapie. Die Stiftung Bildung hat dazu ein Projekt an der Schule Rodenbeck in Minden gefördert.

 

Mensch und Pferd sind seit jeher in besonderer Weise miteinander verbunden. Früher trugen und zogen Pferde vor allem Lasten. Inzwischen sind sportliche Aktivitäten an diese Stelle getreten, vor allem das Reiten. Damit das gut klappt, arbeiten ausgebildete Trainer*innen an der Verbesserung der Beziehung zwischen Mensch und Tier. Dabei lernen beide etwas über sich und den Partner auf bzw. unter dem Sattel.

Reiten therapeutisch eingesetzt

So ist die heilpädagogische Reittherapie ein bewährtes Verfahren, um Kinder und Jugendliche zu stärken, deren emotionale und soziale Entwicklung gestört ist. Traumatische Erfahrungen im Kleinkindalter machen es für viele schwer, Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen und Bindungen einzugehen. Sie sind ständig in Alarmbereitschaft und fühlen sich durch alltägliche Anforderungen bedroht. Verweigerung, Resignation, Flucht oder Aggression sind die Folge.

Geduldige Therapiebegleiter

Tinker, eine Pferderasse für die Reittherapie

Ein Tinker (c) Lil Shepherg/flickr

Die in der heilpädagogischen Therapie eingesetzten Pferde dürfen sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen, damit die kleinen Reiter*innen angstfrei mit ihnen interagieren können. Die Stars für diese Aufgabe sind die sogenannten Tinker, Pferde aus Großbritannien oder Irland. Diese Rasse ist aufgrund ihrer Geschichte als Begleiter von fahrenden Handwerkern robust und leicht zu pflegen.

In dem von der Stiftung Bildung geförderten Projekt an der Schule Rodenbeck in Minden ist es der sechsjährige Tinker James. Er erlaubt es  den Schüler*innen geduldig, Neues zu lernen: Wie gehe ich mit dem Tier um, welche Pflege braucht es, wieviel Verantwortung kann ich übernehmen?

Reittherapie. James das Therapiepferd

(c) Schule Rodenbeck

Spielerisch lernen

Ein herrliches Spiel mit James ist, im Vorbeireiten bunte Bälle in einer vorgegebenen Reihenfolge in einen kleinen Basketballkorb zu werfen. Trainiert werden soll dabei die Verknüpfung von rechter und linker Gehirnhälfte, eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. Und auch wenn es nicht gleich klappt, den Korb zu treffen, Weiterspielen ist für die Schüler*innen selbstverständlich, schließlich bedeutet das eine weitere Runde mit James.

Reittherapie. Ein Kind wirft Bälle in ein Netz

(c) Schule Rodenbeck

„Wir machen sehr gute Erfahrungen“, berichtet Schulsozialarbeiterin Kerstin Bleidorn. Die Therapeut*Innen nehmen wahr, dass die Kinder im Kontakt mit dem Tier meist hoch konzentriert, rücksichtsvoll und für Anleitungen offener sind. Auch untereinander läuft es besser, trotz der unvermeidlichen Frustrationen. Zurück in der Schulstunde, machen sich die positiven Erfahrungen bemerkbar. Denn entspannter und zufriedener lernt es sich besser.

Kein Wunder also, dass die Schüler*innen den nächsten Termin in der Reithalle kaum abwarten können!

Foto oben: Schule Rodenbeck

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