Bücher spenden – Schatzkammer Schulbibliothek

Was wäre Harry Potter ohne die Bibliothek von Hogwarts? Als besonderer Ort des Wissens sind Schulbibliotheken aus Büchern für Kinder kaum wegzudenken. Das gilt in vielen Ländern auch im echten Leben. Deutschland hinkt hier hinterher. Zudem kümmern sich oft nicht die Schulträger sondern Freiwillige um die Bibliotheken. Die spendenfinanzierte Stiftung Bildung unterstützt sie – zusammen mit Menschen, die Geld für Schulbibliotheken und Bücher spenden.

Zwei Jungen lesen Comic-Hefte

Gemütlich sieht die Runde aus. In einer Sitzecke aus großen runden Polstern haben sich einige Kinder ins Lesen vertieft. Davor stehen bunt verteilt ihre Schuhe. Wir sind in einer Schulbibliothek. Umrahmt von Bücheregalen, Tischen mit Stühlen und Computerarbeitsplätzen geht es hier gerade sehr konzentriert zu. Es ist Lesezeit, später fängt die Ausleihe an. Dann ist es deutlich lebendiger. Richtig Trubel herrscht, wenn die Kinder in ganzen Gruppen kommen. Als Teil des Unterrichtes lernen sie dann, wie eine Bibliothek funktioniert oder – je nach Alter – wie man Literatur recherchiert, zum Beispiel für ein Referat. Einmal in der Woche ist noch Vorlesestunde. Dann wird es gemütlich und die Kinder können sich was wünschen. An der Tür hängt dann ein Schild mit „Bitte nicht stören“. Jetzt ist es umgedreht und sagt: „Hier können sie Bücher spenden“.

Spaß am Lesen und mehr

Das Ziel ist: Die Kinder und Jugendlichen sollen hier Spaß am Lesen haben – und lernen, eigenständig mit Medien umzugehen. Von gekauften oder gespendeten Büchern und Filmen kann das Angebot bis hin zu Hörbüchern, Computerspielen und Internetarbeitsplätzen reichen. Doch viele Schulbibliotheken bieten noch mehr als das. Sie sind neben dem Klassenzimmer und anderen Lernangeboten ein eigener, mitunter ganz besonderer Raum. Hierhin kann man sich zurückziehen aus dem Schulalltag, eine andere Welt entdecken. Das ist gerade wichtig für Kinder, deren Eltern wenig lesen. In der Schulbibliothek erleben sie, was es alles gibt und werden schrittweise herangeführt.

Digitales Lernen

Zunehmend wichtig sind Schulbibliotheken auch, um Wissen selbstständig zu erwerben. Modernen Lehrplänen folgend lernen Schüler*innen das heute immer mehr. Neben dem Unterricht und klassischen Medien bieten digitale Angebote hierzu weitere Möglichkeiten. In der Schulbibliothek können Schüler*innen diese Welt nutzen, auch wenn sie zuhause keinen Computer haben. Zum Beispiel für interaktive Selbstlernprogramme zur Leseförderung oder das Internet zur Recherche. Studien zeigen, dass Schüler*innen mit dieser Unterstützung besser lernen und motivierter sind – vor allem in Naturwissenschaften. Getreu dem Motto „Bücher spenden“ stammen auch die digitalen Medien oft von privaten Unterstützer*innen.

Medienzentrum und Lernumgebung

Eine moderne Schulbibliothek wird so zum Medienzentrum und einer vielfältigen Lernumgebung zugleich, gerade in Ganztagsschulen. Die Möglichkeiten einer gut ausgestatteten und genutzten Bibliothek sind entsprechend groß. Sie bieten:

  • Schmökern, Lesen, Hören, Filme schauen und Ausleihe
  • Vorlesen zu zweit oder kleineren Gruppen
  • Literatur für den Unterricht, Referate und Projekte
  • Arbeitsplätze für Hausaufgaben und Freistunden
  • Raum für Teilungsstunden, Einzelförderung und Arbeitsgemeinschaften
  • gemütliche Sitzgelegenheiten und Orte zum Zurückziehen

Notstandsgebiet Schulbibliothek

Bei den vielen Vorzügen von Schulbibliotheken sollte man annehmen, dass es sie flächendeckend in Deutschland gäbe. Das Gegenteil ist leider der Fall. Als „Notstandsgebiet“ bezeichnet der Deutsche Bibliotheksverband die Situation: Nur etwa 15 Prozent der Schulen hätten eine „fachlichen Standards entsprechende Bibliothek“. Dabei ist der geübte Umgang mit Medien und Informationen heute wichtiger denn je. Doch selten handeln die Schulträger vor Ort entsprechend. Bücher spenden, Schulbibliotheken unterstützen – das wird oft privater Initiative überlassen.

Rumpelkammern neu belebt

Viele Lehrkräfte, Eltern, Schüler*innen und andere füllen entsprechend die Lücken. Häufig heben sie Schulbibliotheken selbst aus der Taufe oder sorgen für ihre Modernisierung. Leerstehende Räume und Rumpelkammern werden so zu neuem Leben erweckt. Man sucht Menschen, die Bücher spenden. Jemand anderes hat ein Sofa übrig. Es finden sich weitere Möbel, Sitzsäcke und Kissen zum gemütlichen Bücherverschlingen. Regale werden angeschafft oder runderneuert – und vergessene Bücher hervorgeholt, neu gekauft oder gesammelt. Gerade die Bücherspenden sind eine große Hilfe. Häufig spielt dabei der Schulförderverein eine wichtige Rolle. Er bietet ein Dach für das Engagement, organisiert Mittel. Und er stemmt Veranstaltungen, bei denen Menschen für Ausstattung, elektronische Medien und Bücher spenden. Dazu gibt es tolle Anlässe, zum Beispiel Lesungen mit „echten“ Schriftsteller*innen.

Ein Mädchen liest Comic.

Von Bilderbüchern bis Internet

In Schulbibliotheken findet sich so vieles von Kinder- und Jugendmedien bis hin zu Fachangeboten. Sie bieten:

  • Bilderbücher, Erzählungen, Vorlese- und Erstlesebücher
  • Romane, Fantasy, Krimis, Comicromane und Klassiker
  • Sach- und Fachbücher, Atlanten und Lexika
  • Zeitschriften und Zeitungen
  • Hörspiele, Musik und Filme
  • Computer für Spiele und Zugang zum Internet

Wer betreut die Ausleihe?

Doch eine solche Bibliothek braucht Betreuung, um den Betrieb aufrecht zu halten und Bücherspenden aufzunehmen. Auch hier ist in Deutschland das Engagement von Vielen entscheidend. Sie organisieren die Ausleihe, helfen beim Finden von Medien, räumen sie zurück. Mitunter kann dafür eine ausgebildete Bibliothekskraft gefunden und finanziert werden. Oft fassen aber alle Freiwilligen mit an – von Lehrkräften und Schulsozialarbeiter*innen bis hin zu Ehrenamtlichen aus der Umgebung, Eltern und sogar Schüler*innen. Je nach Alter räumen sie auf, reinigen Bücher und Regale und betreuen verantwortungsvoll die Ausleihe.

Noch mehr Leben

Als wäre das an Engagement noch nicht genug, passiert in Schulbibliotheken oft noch mehr. Denn gemeinsamer Einsatz ist auch entscheidend, wenn es darum geht, die Bibliothek mit noch mehr Leben zu füllen und die Lust am Lernen mit Medien zu fördern. Der Ideenreichtum der Engagierten ist riesig. Da gibt es zum Beispiel:

  • Vorlese- und Erzählstunden mit Requisiten und Frühgeschichten vor dem Unterricht
  • Bibliotheksrallyes, Bilderbuchkino und Märchentage
  • Reisen per Buch, Film oder Hörspiel in andere Länder und Kulturkreise
  • Lesenächte mit Übernachtung in der Schule, gemeinsamem Abendessen oder Frühstücken
  • Autor*innenlesungen, Vorträge, Kunstausstellungen und Aufführungen
  • Buchausstellungen und -vorstellungen, eine Kür des “Buchs des Monats”
  • Schreib- oder Hörwerkstätten für Schüler*innen, Leseclubs
  • Lesetage, -wochen und ein jährliches Lesefest als Höhepunkt des Schuljahres

Den Einsatz unterstützen

Um all das auf die Beine zu stellen, finden sich in Deutschland immer mehr Engagierte. Sie sorgen für Bücherspenden und füllen Lücken, die Schulträger nicht schließen. Das reicht von der Ausstattung mit Personal, Medien und Möbeln bis hin zu pädagogischen Angeboten, Aktivitäten und Aktionen. Ihr Einsatz gilt dem kleinen Schulraum mit Büchern genausso wie großen Schulbibliotheken, die den Vergleich mit öffentlichen Büchereien nicht scheuen müssen. Die spendenfinanzierte Stiftung Bildung unterstützt dieses Engagement – über ein Netzwerk von Kita- und Schulfördervereinen und zusammen mit Menschen, die Geld für Schulbibliotheken und Bücher spenden.

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Bildnachweis: foto-Bib/flikr, pxhere, Stadtbücherei Olsberg/flikr, semslibrarylady/pixabay, Ben Kerckx/pixabay

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