Patenschaften für Kinder und Jugendliche

Wie werden Fremde zu Freund*innen? Die einfachste Lösung: Sie lernen sich kennen. Am besten über eine Patenschaft für Kinder in der Kita oder Schule. Einige tausend gibt es schon mit Hilfe der spendenfinanzierten Stiftung Bildung.

Joel und Roya lesen zusammen

Die Idee zur Patenschaft hatte Joel als Roya an seine Schule kam. “Ich dachte, ich finde nie Freundinnen und Freunde”, blickt das Mädchen aus dem Iran zurück. Dann starteten die beiden eine Patenschaft – wie bundesweit viele Kinder und Jugendliche: Sie lernen zusammen, üben Deutsch und verbringen Freizeit.

„Sie hilft mir in Deutsch, ich ihr in Mathe.“

Deutsch lernen – das steht oben auf der Liste. Bei gemeinsamen Schularbeiten passiert das fast von selbst. Oder bei Hobbys. Richard und Pylyp gehen zusammen Angeln und „oft besuchen wir uns zu Hause“. Dann spielen sie Computer oder Karten und gucken Fernsehen. Dabei lernen beide Seiten. Ein anderer Junge erzählt von seiner Patin: „Sie hilft mir in Deutsch, ich ihr in Mathe“.

Gemeinsam als Gruppe

Ein Highlight für alle sind Gruppenausflüge oder AGs am Nachmittag. Zhulven kann so in Deutschland seiner Leidenschaft nachgehen und ist mit der Tanz-AG der Schule aufgetreten: „Es war, als würde an diesem Tag ein Traum wahr werden“. Das schweißt zusammen. „Wir alle sind weit mehr als Freundinnen und Freunde geworden“, schwärmt die Teilnehmerin einer anderen AG.

Kulturell „fast reibungslos“

Auf andere Art begeistern kann Erzählen und Diskutieren, sogar montags in der siebten Stunde. „Im Laufe der Monate meldeten sich immer mehr Schülerinnen und Schüler“, sagt Lehrerin Katja Förster. Gut klar kämen mit den kulturellen Unterschieden alle. Sogar bei Jungen und Mädchen gehe das „fast reibungslos“.

Ein Fest für alle

Ansteckend wirken die Patenschaften für Kinder und Jugendliche nicht zuletzt in ihrem Umfeld. Freundeskreise vermischen sich, Eltern lernen sich kennen – etwa bei Schulfesten. Die sind zudem „eine besondere Anerkennung für die Kinder, die sich mit viel Engagement für das Miteinander einsetzen“, sagt eine Schulsozialarbeiterin.

Mit etwas Geld viel bewegen

Geld braucht es für die Patenschaft nicht viel. Doch schon eine Theaterkarte kostet. Für viele Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung ist das schwierig. „Jedes Paar bekommt daher finanzielle Mittel für solche Ausgaben“, sagt Katja Hintze, Vorsitzende der Stiftung Bildung. Damit sei Besonderes möglich und „gerade das sind oft die besten Erlebnisse, die uns prägen“.

Spielraum für Projekte

Ein größeres Budget erhalten die Kitas und Schulen. Damit finanzieren sie nicht nur Feste und Ausflüge. Viele Kinder und Jugendlichen starten richtige Projekte, wie einen Stadtführer für Mitschüler*innen mit Fluchterfahrung. Mehr zu diesem tollen Projekt und die Schule lesen Sie unten nach dem Kasten.

Heldinnen und Helden der Patenschaften für Kinder

Durch das Patenschaftsbudget lässt sich einiges bewegen. Und nicht zuletzt mit Hilfe von vielen Erwachsenen, die die Patenschaften für Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit betreuen. „Neben den jungen Menschen sind sie unsere großen Heldinnen und Helden der Patenschaften“, sagt Hintze.

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Exkurs: Eine Schule baut multimediale Brücken

Eine Plattenbausiedlung am Rand von Greifswald, die Bevölkerung ist bunt gemischt. Mittendrin liegt die Grundschule Greif mit ihrem Schulförderverein. Viele Kinder kommen hier aus anderen Kulturen, nicht alle sprechen gutes Deutsch. Wie bringt man sie zusammen?

Die Schule, ihr Förderverein, Kinder und Eltern wurden aktiv. Seit 2015 unterstützt die spendenfinanzierte Stiftung Bildung sie dabei. Erst wurde die Schule mit dem Förderpreis der Stiftung „Verein(t) für gute Schule“ und fünftausend Euro ausgezeichnet. Zurzeit nehmen zahlreiche Kinder am Patenschaftsprogramm „Ich. Du. Wir.“ der Stiftung Bildung teil.

Das Andere kennenlernen

„Der Grundgedanke dabei ist: Zusammen etwas erleben, miteinander voneinander lernen und vielleicht sogar Freundschaften schließen. Dafür setzen wir wirkungsvoll die uns anvertrauten Spenden und Fördergelder ein“, sagt Katja Hintze. „Das Andere kennenlernen und Freundinnen und Freunde finden – eigentlich ganz einfach!“

Wir zeigen dir Greifswald

2016 machten die Kinder aus dieser Idee das preisgekrönte Projekt „Komm mit! Wir zeigen dir Greifswald“. Sie zogen los, erkundeten ihre Stadt und hielten es in Fotos fest. Zusammen mit erwachsenen Profis entwickelten die Kids daraus einen 30-seitigen Stadtführer für neue Mitschüler*innen: das Willkommensbuch!

„Viele unserer Kinder kommen aus anderen Ländern und wissen, wie es sich anfühlt, wenn die Umgebung, die Kultur und die Sprache fremd sind“. So schreibt die engagierte Schulsozialarbeiterin Anke Wiemer auf der Internetseite der Schule. Sie ist seit Januar 2010 an der Grundschule “Greif” tätig.

Ein Video und Trickfilm kommen hinzu

Nach dem Willkommensbuch folgten 2017 weitere Medien-Projekte. Dieses Mal waren durch das Patenschaftsprogramm der Spendenorganisation Stiftung Bildung mehrere Gruppen von „Tandems“ mit von der Partie. Jedes Tandem bestand aus einem Kind mit Fluchterfahrung und einem Kind, das schon länger hier lebt. Eine Gruppe nahm – wie schon im Willkommensbuch – in den Blick, was Greifswald Kindern zu bieten, diesmal als Video. Eine andere Gruppe widmete sich im Trickfilm dem, was die Tandems bereits erlebt hatten – von Ausflügen bis Zoobesuch.

Engagement vor Ort unterstützen ist der Schlüssel

„Entscheidend für solche Porjekte ist das ehrenamtliche Engagement der Engagierten der Schule“, sagt Katja Hintze. Besonders gelte das für den jeweiligen Schulförderverein und die Kinder und Jugendlichen vor Ort. Der Schulförderverein bündelt oft die Aktivitäten von Eltern, Lehrkräften, Nachwuchs. Hier setzt die Begleitung der Stiftung Bildung an. Sie berät die Ehrenamtlichen bei der Arbeit. Und sie sammelt bundesweit Spenden, die sie an die Kita- und Schulfördervereine für ihre Ideen und ihr Engagement weiterleitet.

Unterstützung von außen

Hinzu kommen oft Unterstützer*innen außerhalb der Schule. Sie wird so zu einem Ort des gemeinschaftlichen Engagements für Kinder und ihre Zukunft. „In Greifswald und bei den großartigen Projekten der Grundschule Greif hat das vorbildlich geklappt“, sagt Hintze. Mit dabei waren der örtliche Ehrenamtsverein Bürgerhafen, die Jugendkunst- und Grafik-Designschule sowie weitere finanzielle Unterstützer*innen, wie die Stadtwerke.

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