Lernpatenschaften der Gerhart-Hauptmann-Grundschule Grünheide (Mark)

Die Ankunft von etwa 50 aus Syrien, Afghanistan und Tschetschenien stammenden Neubürgern in Grünheide (Mark) in Brandenburg hatte teilweise ausländerfeindliche Reaktionen, wie die Beschmutzung einer Wand mit Hakenkreuzen, zur Folge. Die Schulleitung der Gerhart-Hauptmann-Grundschule hat ein Lernpatenschaftsprogramm ins Leben gerufen, das die Zusammenarbeit zwischen deutschen Schülern und Flüchtlingen fördern soll, und somit auch fremdenfeindlichen Einstellungen und Aktionen vorbeugt.

Jedem der Flüchtlinge an der Schule werden bis zu zwei ehrenamtliche Paten zugeteilt, die sie, wenn möglich, in Zusammenarbeit mit der Förderlehrerin jeden Tag bei einer Doppelstunde begleiteten. Der Förderverein stellte außerdem für jeden Flüchtling einen Tablet-PC mit Deutschlern-Software zur Verfügung.

Die enthusiastische Zusammenarbeit der Schüler mit den Flüchtlingen, die teilweise von ersteren durch die Entwicklung von neuen Lern- und Spielideen entscheidend mitgestaltet wurde, zeigte nach kurzer Zeit eine positive Wirkung: Neue Kontakte und Freundschaften, die auch über die Schule hinaus gehen, entstanden, und die Neuankömmlinge waren schnell gut integrierter Bestandteil der Gemeinschaft. Auch zwischen den Eltern konnten teilweise neue Freundschaften entstehen.

Die Lernpatenschaften können nicht losgelöst vom restlichen Gemeindegeschehen betrachtet werden, da die Schule Lern- und Lebensort ist, und sich mitten in der Kommune befindet. Aus diesem Grund war eine Kooperation zwischen Schulleitung, dem Förderverein, der Gemeinde,der Kirche und dem neu gegründeten Unterstützerkreis unbedingt notwendig. Zusammen konnten anfängliche Ängste, die beispielsweise bei Informationsveranstaltungen in der Kirche zur Sprache kamen, durch Zuneigung und Verständnis, denen unter anderem in Form von Spenden Ausdruck verliehen wurde, ersetzt werden.

Der Förderverein, in dem viele Eltern aktiv sind, hat als erstes Kontakte zu den Flüchtlingsfamilien geknüpft und über mögliche Willkommensaktionen geredet, um der ursprünglich fremdenfeindlichen Haltung in der Kommune entgegenzuwirken. Das große Engagement der Eltern wird außerdem anhand des jährlichen Sponsorenlaufes deutlich, bei dem je nach Lauf zwischen 4.500 bis 5.500 Euro gesammelt werden.

Seit dem Schuljahr 2006/7 ist die Gerhart-Hauptmann-Schule eine Grundschule mit Ganztagsangeboten, die ihren Fokus auf die Verbindung von Schule, Hort und außerunterichtlichen Aktivitäten legt. Die Schule soll nicht nur Ort des Lernens sein, sondern auch Ort des Lebens sein.

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