Schüler im handwerklichen Praktikum

Patenmodell: Eine Unterstützungsmaßnahme bei der Berufsfindung

Berufswahl im Patenmodell

Die Johann-Peter-Hebel-Schule wird von Schülern 25 verschiedener Nationalitäten besucht, 82 Prozent haben einen Migrationshintergrund. Um die Schüler und Schülerinnen bei ihrer Berufswahl und der Suche nach einer passenden Ausbildung zu unterstützen, werden sie im Rahmen eines Patenmodells zwei bis drei Jahre lang von einem Lehrer begleitet.

Ab der achten Klasse wird jedem/jeder Schüler*in bis zum Schulabschluss in der neunten oder zehnten Klasse ei*ne Lehrer*in zugeteilt. Diese*r ist Vertrauensperson und Ansprechpartner in allen Belangen, die die Berufswahl betreffen. Allen Schüler*innen soll ab der achten Klasse ein Praktikumsplatz vermittelt werden. Dies gilt besonders für diejenigen mit geringen deutschen Sprachkenntnissen, insbesondere Geflüchteten. In regelmäßigen Treffen, deren Häufigkeit je nach Bedarf stark variiert, tauschen Schüler*innen und Lehrer*innen sich aus. Man sucht zusammen mehrere geeignete Berufe und erstellt Vorlagen für Bewerbungsunterlagen. Die Lehrer*innen unterstützen die Suche nach einem Ausbildungsplatz, ermutigen die Schüler*innen und begleiten sie wenn nötig auch zu Bewerbungsgesprächen. In den Klassen neun und zehn vermittelen und betreuen die Pat*innen für noch unentschlossene Schüler weitere Praktika.

Das Patenmodell wirkt

Ziel des Projekts ist es, den Schülern ein realistisches Bild des Berufslebens, ihrer Fähigkeiten und ihrer Berufschancen zu vermitteln. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, einen geeigneten Beruf zu finden. Das Patenmodell hat zu Folge, dass in einigen Klassen 40 Prozent der Schüler nach ihrem Schulabschluss einen gesicherten Ausbildungsplatz haben.

Das Projekt läuft in ständiger Kooperation mit zahlreichen Betrieben, die Praktikumsplätze anbieten. Darunter sind Firmen wie etwa C&A, REWE oder das Alten- und Pflegeheim Emil-Sräga-Haus. Der Förderverein unterstützt das Patenmodell zur Berufswahl durch gezielte Hilfe bei der Praktikums- und Ausbildungsplatzvermittlung. Bei Bedarf wird auch Nachhilfeunterricht organisiert. Mitglieder haben außerdem ihre Arbeitgeber überzeugen können, weitere Praktikumsplätze anzubieten.

Die Schule und der Förderverein

Der Förderverein der Johann-Peter-Hebel-Schule wurde 1991 gegründet und zählt derzeit 57 Mitglieder, die sich aus Eltern und ehemaligen und aktiven Lehrern zusammensetzen. Er unterstützt die Schule mit Nachhilfeangeboten, Flüchtlingshilfe sowie bei der Organisation von schulischen Veranstaltungen. Über den Förderverein werden außerdem Klassenfahrten bezuschusst und Fortbildungen für Eltern angeboten.

Die Johann-Peter-Hebel-Schule ist eine gebundene Ganztagsschule in Singen, Baden-Württemberg. Sie wird von Schülern 25 verschiedener Nationalitäten besucht, 82% haben einen Migrationshintergrund. Seit 2003 setzt sie sich einen Schwerpunkt im Bereich „Stärkung der Ausbildungsreife / Berufsorientierung“ und schuf aus diesem Grund einen Praxiszug mit den Elementen Schülerfirma, Praktika, Bewerbungstraining und Patenmodell. Die Schule versteht sich als soziale Einrichtung, die in Form von einem Elterncafe, Beratung, Infoveranstaltungen und Vermittlungen in Notlagen Angebote an die Bevölkerung macht.

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