Lernpatenprojekt Peers

An der Claude-Dornier-Schule am Bodensee gibt es derzeit fünf Flüchtlingsklassen, sogenannte VAB-O, die auch Schüler ohne ausreichende Deutschkenntnisse auf Arbeit und Beruf vorbereiten sollen. Einige Schüler des Technischen Gymnasiums bieten seit Beginn des Schuljahres 2015/16 mit dem Lernpatenprogramm Peers Deutschnachhilfe an. Die Zusammenarbeit mit den Geflüchteten hört jedoch mit dem Lernen nicht auf.

Die Idee des Peer-Programms ist es, eine Gruppe zu schaffen, in der Peers den Teilnehmern in einer freundschaftlichen Atmosphäre und ungeachtet der Hautfarbe, Herkunft oder Religion Deutschkenntnisse vermitteln.

Nachdem die Schüler ihre Idee mit der Schulleitung abgeklärt hatten, wurde das geplante Projekt in den verschieden Klassen beworben. Auf diese Weise wurden weitere Interessierte gefunden, die sich an dem Projekt entweder als Teilnehmer oder als Mentoren beteiligen wollten. Anschließend wurden die Schulräume organisiert, die für die geplanten Treffen benötigt wurden. Lernmaterial und Bücher wurden gerne von den Klassenleitungen bereitgestellt.

Im November 2015 konnte das erste Treffen stattfinden. Etwa 20 Schüler, die ursprünglich aus Ländern wie Afghanistan, Syrien, Pakistan, Albanien oder auch aus Spanien kamen, nahmen daran teil. Sie wurden nach einer großen Kennenlernrunde auf sechs Peers verteilt.

In den kleinen Gruppen gaben die Peers anschließend vor allem Nachhilfe in Deutsch, doch auch bei anderen grundlegenden Fächern wie etwa Mathe wurde geholfen. Diese Treffen fanden daraufhin jede Woche zwei Mal statt und gaben den Teilnehmern die Möglichkeit Fragen zu stellen, Kontakte zu knüpfen und auch spielerisch, beispielsweise beim Tabu, die deutsche Sprache zu lernen. Über die vor allem zum Lernen gedachten Treffen hinaus organisierten die Peers auch gemeinsame Aktionen wie etwa Waffelnbacken oder gemeinsame Einkäufe. Ein gemeinsames Schulfest ist außerdem in Planung.

Durch das Lernpatenprojekt Peers konnten die Teilnehmer in einer entspannten Atmosphäre ihre Deutschkenntnisse verbessern, und Ansprechpartner finden, auf die sie auch abseits der Treffen zugehen konnten. Außerdem konnten sowohl Teilnehmer als auch Mentoren die Kultur des anderen besser kennenlernen und dabei auch Berührungsängste abbauen, die anfangs gegebenenfalls vorhanden waren. Somit trägt das Projekt einen wichtigen Teil zu einer erfolgreichen Integration bei.

Einige der Peers werden im folgenden Jahr nicht mehr auf der Schule sein, für die Fortführung des Projekts wird aber, sogar mit eigenen Flyern, schon in den Klassen geworben.

Für die Realisierung des Projekts arbeiteten die Schüler mit der Schulleitung, mit Klassenlehrern und den Abteilungsleitungen zusammen. Die Peers wurden außerdem von einer Schulsozialarbeiterin des CJD Bodensee vorbereitet, und treffen sich mit dieser regelmäßig, um den Verlauf des Projekts auszuwerten. Der Förderverein diente als Treuhänder für Geldgeber, die Mittel für außerschulische Ausflüge zur Verfügung stellten und zahlte eingegangene Spenden als Aufwandsentschädigung an Peers aus.

Der Förderverein wurde 1987 gegründet und setzt sich für die Förderung der kulturellen und sozialen Belange im Umfeld der Schule, für die Unterstützung sozial Benachteiligter, und für die Pflege des Zusammenhalts aller am Schulleben Beteiligter ein. Erster Vorsitzender ist zur Zeit, passend zur Namensgebung der Schule, ein Vorstand der Firma „Airforce defense and space“, ehemals „Dornier Luft- und Raumfahrttechnik.

Die Claude-Dornier-Schule ist eine Gewerbeschule in Friedrichshafen, die von ca. 2000 Schülern besucht wird und eine Berufsschule, das Technische Gymnasium, eine Technikerschule und Vorqualifizierungsklassen beinhaltet.

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