Louise Schröder und die Schlumper

1995 wurde in Zusammenarbeit zwischen Schülern und Künstlern der Gemeinschaft „Die Schlumper“ die damalige „Schule Chemnitzstraße“, heute „Louise Schröder Schule“, renoviert. Mit dem Ende dieses Projekts nahm eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Schule und den Schlumpern jedoch erst seinen Anfang. Vier mal wöchentlich erhalten etwa zehn Schüler die Gelegenheit in dem Atelier der Schlumper ohne feste Aufgabenstellung kreativ zu arbeiten. Schüler verschiedenen Alters und unterschiedlicher ethnischer und sozialer Hintergründe haben dabei die Möglichkeit, sich einander spielerisch anzunähern und Behinderte in einer Vorbildfunktion zu erleben.

In der „Schule der Schlumper“, einer Nebenstelle des Ateliers der Schlumper können die Schüler frei über die vorhandenen Materialien verfügen und künstlerisch und kreativ an Projekten arbeiten, die keiner schultypischen Bewertung unterliegen. Die Schlumper, Künstler mit Behinderungen, stehen den Schülern dabei zur Seite und inspirieren diese durch ihre eigenen Werke. Die Ergebnisse werden nach der Fertigstellung in Ausstellungen präsentiert, bei denen die Werke der Schüler teilweise sogar im Mittelpunkt stehen.

Schüler verschiedenen Alters und unterschiedlicher Hintergründe lernen sich im Rahmen des Projekts kennen und werden zu eigenständigem Handeln und verantwortungsvollem Agieren in einer Gruppe herausgefordert. Versteckten Ideen und Gedanken kann Ausdruck verliehen werden, während die Schüler die Schlumper bei der Arbeit erleben und Behinderung somit als Teil der Normalität erfahren. Den Schülern der Louise Schröder Schule, die oftmals sozial benachteiligt sind, wird durch die Entfaltung kreativer Potenziale bei der Entwicklung grundlegender Kompetenzen geholfen. Die Erfolgserlebnisse, die die Schüler im Rahmen des Projekts haben, wirken sich außerdem positiv auf ihr Selbstwertgefühl aus.

Die Schlumper haben seit 2003 eine temporäre Kooperation mit der Kita Karolinenstraße, einer integrativen Kindertagesstätte in der Nachbarschaft. Somit konnten schon mehrere Gestaltungsarbeiten mit den Kindern der Kita auf dem Kitagelände realisiert werden. Eine dauerhafte Beziehung zum Institut der Lehrerfortbildung ermöglicht es außerdem, tageweise auch Schüler anderer Schulen an dem Angebot teilnehmen zu lassen. Da die zuständigen Behörden nach der Fertigstellung der Gestaltungsarbeiten 1995 keine weiteren Mittel zur Verfügung stellen konnten, wird das Projekt seit dem von dem Förderverein „Freunde der Schlumper“ finanziell getragen.

Der Förderverein wurde 1985 gegründet und fördert kreative und gestalterische Arbeit von Menschen mit Behinderungen. Er konzentriert sich außerdem auf die Förderung der Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen in benachteiligten Situationen. Der Vorstand besteht derzeit aus acht ehrenamtlichen Mitgliedern und finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, weiteren Fördermitteln sowie dem Verkauf von künstlerischen Erzeugnissen der Schlumper.

Die „Louise Schröder Schule“ ist eine integrative Ganztagsschule mit Integrations- und Vorschulklasse in Altona-Altstadt in Hamburg. Altona-Altstadt ist ein multikultureller Stadtteil mit besonderem Entwicklungsbedarf, in dem eine Vielzahl der Kinder unter benachteiligten Bedingungen oder in schwierigen familiären Situationen leben. Die Schule setzt sich einen Schwerpunkt im Bereich der kulturellen Bildung als anerkannte „Kulturpilotschule“.

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