Bad Friedrichshall: Schule als Zukunftsstaat

nominiert für den Förderpreis Verein(t) für gute Schule 2015

Im Sommer 2016 führt das Friedrich-von-Alberti-Gymnasium Bad Friedrichshall das Projekt „Schule als Zukunftsstaat“ durch. In einem Gesamtkonzept sollen neuere Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft interdisziplinär eingebunden werden und ein besonderes Augenmerk auf Tendenzen, die noch nicht im Mainstream der Gesellschaft angekommen sind, gelegt werden.

Ein neuer Staat als Modell

Das Projekt Schule als Zukunftsstaat bildet ein komplett funktionierendes Staatssystem über einen Zeitraum von einigen Tagen im Sommer 2016 ab. Der angedachte Staat orientiert sich dabei an den demokratischen Grundsätzen der Bundesrepublik Deutschland. Am Friedrich-von-Alberti-Gymnasium (FvAG) soll einen Staat umgesetzt werden, der dem Gemeinwohl verpflichtet ist, der die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt, der die Bürgerbeteiligung ohne Hürden ermöglicht, der die Fairness als gesellschaftliches Primat anerkennt, in dem das „Anders-Sein“ gut ist, der die Solidarität erlebbar macht und der dem Talentismus Raum verschafft.

Das Thema Schule als Zukunftsstaat ist die zukünftige Lebenswelt der Schüler. Mit diesem Projekt kann man dies erfahrbar machen, da dies im Schulalltag nur in Bruchstücken möglich ist. Die Gesamtheit des Projektes, die Vielfalt der Aspekte und die scheinbare Unvereinbarkeit der Themenfelder ist das Besondere hierbei. Erdigkeit und händisches Arbeiten (z.B. Upcycling) auf der einen Seite und die digitalisierte Gesellschaft (Industrie 4.0, künstliche Intelligenz) auf der anderen Seite werfen Fragen auf.

Den Menschen aber nicht aus dem Blick zu verlieren, ist ebenso ein wichtiger Bestandteil neben den inhaltlichen Aspekten des Projekts, weshalb Tauschbörsen (Teilen ist das neue Haben), Gemeinwohl und Solidarität besonders unterstützt werden. Das Projekt soll Strahlkraft auf die Schulgemeinschaft haben und das vor Jahren vereinbarte Leitbild der Schule ausfüllen.

Der Weg zum Ziel

Eine Gruppe von Lehrern und Schülern versucht hierbei gemeinsam Wege zu finden, um dieses Projekt umzusetzen. Hierbei ist der Lehrer Lernbegleiter und Teammitglied in einem, was den Schülerinnen und Schülern eine komplett neue Lernerfahrung im Umfeld Schule ermöglicht. Die Jugendlichen lernen methodische Techniken, um Einigungen in der Gruppe zu erzielen und um verschiedene Ziele zu realisieren und dabei Prioritäten nach Wichtigkeit und zeitlichem Bedürfnis zu bewerten. Dabei erlernen sie aktuelle Visualisierungstechniken und Argumentationstechniken und wenden diese an.

Dabei sollten sich Schülerin oder Schüler seinen Fähigkeiten entsprechend ein Projektmodul bzw. eine Projektgruppe suchen. Jede Gruppe wird von einem Experten und mindestens einem Lehrer begleitet, wobei der Experte das Know-how zur Thematik hat, der Lehrer vermittelt in der „Lebenswelt Schule“. Die Schüler sind gleichberechtigte Partner. Da das Thema sehr vielschichtig ist, wurden die Schüler erst allgemein und dann speziell zu dem Thema hingeführt. Konkrete Umsetzungsmöglichkeiten durch Präsentationen vor ausgewiesenen Experten oder die Planung von Marketingkampagnen geben den Schülern die Chancen, ihre neuen Kenntnisse umzusetzen.

Know-how aus vielen verschiedenen Bereichen

Die Qualifizierungsmaßnahmen der Projektgruppen in den Arbeitsbereichen Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Kommunikation und Sponsoring erfolgen durch außerschulische Experten. In der Sensibilisierungsphase besuchten die Schüler Veranstaltungen zu verschiedenen Themenfeldern (Utopianale in Hannover, Fair handeln in Stuttgart, usw.). Ehemalige Schüler*innen, jetzt Studierende aus den Bereichen Wirtschaft und Kommunikation, informierten über Gemeinwohlökonomie, Komplementärwährung sowie Kommunikationstechniken. Daneben wurden die Schüler von Bildungsagenten (www.bildungsagenten.com) bei der Planung des Gesamtprojektes in einem zweitägigen Seminar unterstützt. Mit einer Modeschule in Stuttgart entstand ein Upcyclingprojekt, das die Schüler anregen soll, Eigeninitiative bei der Gründung einer zukünftigen Firma zu erlangen. Die Zusammenarbeit mit einem Bundestagsabgeordneten führte dazu, dass die zukünftigen Parlamentarier vier tage nach Berlin fahren, um an einem Lernmodul zur parlamentarischen Arbeit teilzunehmen.

Die Initiative zu dem Projekt kam von Seiten der Schülerschaft im September 2014. Über 40 Schüler und 5 Lehrer nehmen an der planerischen Entwicklung bis heute teil wobei die Gruppe ständig wächst. Die verschiedenen Projektmodule im Bereich Kommunikation (z.B. Erklärvideos oder Fotodokumentation) sind  in der Umsetzung in die Hände der Schüler gegeben. Dabei erfahren die Schüler Unterstützung von einem begleitenden Experten (z.T. Exschüler oder außerschulische Experten), die schulische Begleitung hierbei erfolgt durch einen Lehrer der das Gesamtthemenfeld „Kommunikation“ mit unterstützt. So ist jeder Arbeitsbereich (Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, … ) organisiert.

Die selbstständige Arbeit der Schüler spiegelt sich in regelmäßigen wöchentlichen Treffen der Arbeitsbereiche wieder. Die Bereitschaft, Kontakt mit Experten aufzunehmen, Präsentationen vorzubereiten und durchzuführen, zeigt sehr deutlich, dass die Jugendlichen sehr tief in die Thematik eingedrungen sind. Die alleinige Organisation der Vorstellung des Projektes für die Schülerschaft des FvAG über einem Zeitraum von einem Monat spricht für sich.

Die Schule und der Förderverein

Der Schulförderverein unterstützt das Projekt in besonderem Maß. Finanziell wurde z.B. die Fahrt nach Hannover zur „Utopianale“ – einem Zukunftsworkshop – gefördert, auch sind die Mitglieder des Fördervereins im Helfer- und Expertenpool – des Projektes vertreten. Dieser dient dazu, die zukünftigen Firmen mit Know-How und praktischer Hilfe zu unterstützen.
Das Sommerfest und der Projekttag werden auch in dieser Form gefördert. Weiterführende Anträge, die im Laufe des kommenden Jahres erwartet werden, stehen in besonderem Maße im Vordergrund und werden gefördert.

Der Verein ist seit 12. März 1997 tätig und versteht sich als Bindeglied zwischen den Eltern/Schülern und der Schule. Deshalb sind im Vorstand der Schulleiter und der Elternvertreter ständiges Mitglied. Neben den Mitgliedsbeiträgen stehen dem Verein Einnahmen aus Werbeseiten im Jahrbuch der Schule, das gemeinsam erstellt wird und Einnahmen aus schon zur Tradition der Schule gehörenden Veranstaltungen zur Verfügung.

Im Landkreis Heilbronn ist das Friedrich-Alberti-Gymnasium in Bad Friedrichshall die jüngste Bildungseinrichtung, die zum Abitur führt. Das Einzugsgebiet ist die Stadt Bad Friedrichshall und seine Teilorte.
Das Ziel der Schüler*innen ist die Allgemeine Hochschulreife. Dies ist hier auf unterschiedlichen Wegen möglich. Für alle Schüler*innen  wird in der fünften Klasse die in der Grundschule begonnene Fremdsprache Englisch weitergeführt. Nach den ersten gymnasialen Erfahrungen können mit Beginn der sechsten Klasse die an einem Gymnasium verpflichtende zweite Fremdsprache Latein oder Französisch gewählt werden. In der siebten Klasse haben die Schüler*innen die Wahlmöglichkeit zwischen dem musischen, naturwissenschaftlichen und sprachlichen Profil, in dem sie bis zur 10. Klasse verstärkten Unterricht erhalten.

Website des Friedrich-von-Alberti-Gymnasiums Bad Friedrichshall

 

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