Berlin: Ein Garten für uns

nominiert für den Förderpreis Verein(t) für gute Schule 2015

Ein Garten für die Peter Paul Rubens Gemeinschaftsschule in Berlin-Schöneberg, in dem es nicht immer heißt: „raus da“, „Hände weg“, „Vorsicht!“ Wir wollen einen Garten, der schmeckt, fröhlich, neugierig, glücklich macht; in dem man sich dreckig machen und stolz ernten kann; in dem man Tiere beobachten und Verstecke entdecken kann; in dem man Schätze oder Ruheorte findet. Kurzum: wir wünschen uns einen Garten, der uns draußen glücklich macht und nach innen wirkt.
Die Natur soll als selbstbestimmter Lern- und Lebensraum in den Schulalltag eingebunden werden. Dabei sollen die Kinder erfahren mit natürlichen Ressourcen zu wirtschaften und jahrgangsübergreifendes  Lernen der Klassen 1.-10. gelebt werden.

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Hintergrund: Der Hof unserer Schule ist vor einigen Jahren sehr hübsch angelegt und entwickelt worden. Aufgrund mangelhafter Bauausführung wurden Spielgeräte und Spielnischen jedoch wieder abgebaut. Der Gartenbereich – auch sehr schön angelegt – verwilderte zunehmend, weil für die Pflege keine Ressourcen eingeplant wurden.

Zunehmend haben sich die Kinder auf ihre Art und Weise den Garten angeeignet.

Das Projekt: Das Bedürfnis der Kinder aufgreifend, den Garten in Besitz zu nehmen und zu gestalten, haben viele kleine und einige große Engagierte den Garten genau in Augenschein genommen und angefangen zu phantasieren. Was ist da? Was lebt da?

Was könnte sein? Entstanden ist nicht nur ein Riesen-Loch, das zu buddeln über mehrere Tage vielen Kindern richtig viel Spaß bereitet hat, sondern auch viele Ideen wie das Thema Garten zur einem längerfristigen Projekt werden könnte. Spontan haben die Kinder Spenden gesammelt für eine erste Startfinanzierung. Immerhin 51 € sind zusammen gekommen.

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Das Ziel ist es, mit diesem Projekt eine Schlüsselbewegung für die ganze Schule zu initiieren. Von Blumen im Klassenzimmer, selbst gemachter  Marmelade aus Fallobst und Schülerfirmen mit Gemüse-Marktstand auf dem Campus, dem Bio-Chemie Kurs für Wasser- und Kornpostaufbereitung bis hin zu einer mobilen Gartenküche mit Kürbis-Suppe können sich die Schülerinnen und Schüler Vieles vorstellen. Wir wollen unsere Wahlpflichtkurse für die Jüngeren und Profiltage für die Älteren entsprechend ausrichten und fest im Schulalltag verankern und ineinander wirken lassen.

Die pädagogischen Ziele:
•    Natur als selbstbestimmter Lern- und Lebensraum
•    Lernen an einem echten Ort und Selbstwirksamkeit erfahren
•    Wirtschaften mit natürlichen Ressourcen
•    Schulentwicklung durch vielfältige Verknüpfung (Pflanzen und Schulkultur, übergreifendes Lernen 1.-10. Klasse am Bsp. Garten, Kooperationen u.v.m.)
•    Kreisläufe der Natur erkennen und beobachten

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Initiiert sind Kooperationen mit dem Gemüseackerdemie e.V., der FU Berlin und Grün macht Schule. In engster (vorbildlicher Kooperation) sind Schule, Träger des Ganztages und der Förderverein dabei das Projekt schrittweise auszuweiten und im Schulalltag Vormittags wie Nachmittags zu verwurzeln.

Weitere Partnerschaften für die Zukunft sind die Gartenarbeitsschule im Bezirk, der Seniorenklub „Nachbar“ nebenan und Patinnen und Paten aus der Anwohnerschaft, damit der Garten auch am Wochenende belebt wird.

Derzeit wird das Projekt gemeinschaftlich von Ganztagesbetreuung und Förderverein finanziert. Deweiteren wird die Schule im nächsten Schuljahr zur Finanzierung beitragen. Um das Projekt der Schülerinnen und Schüler aber langfristig zu sichern, bedarf es der finanziellen Unterstützung durch externe Ressourcen.

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Kinder- und Jugendbeteiligung ist beständiges Element des Schulalltags, ganz gleich ob in den AGs, den Klassenräten oder wie in diesem konkreten Projekt, in dem die Kinder sich aktiv und ungefragt ihre Räume erobern. Die Wiederbelebung des Schulgartens stand zwar schon länger auf der Agenda der Schule, aber ohne konkrete Planung und Aktionen für die nächste Zeit. Durch die Schülerinnen und Schüler – zusammen mit der Unterstützung der pädagogischen Fachkräfte und der Eltern – wurde das Projekt auf die Agenda gesetzt und gleich mit der Umsetzung begonnen.

Seit dem Schuljahr 2011/12 sind wir die erste Grundstufe einer Gemeinschaftsschule im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Zur Gemeinschaftsschule gehört selbstverständlich auch die Sekundarstufe (Jahrgang 7-10). Entstanden sind wir durch eine Fusion der Barnim- und der Uckermark-Grundschule. Durch die Besonderheiten unserer Gemeinschaftsschule profitieren die Kinder mit unterschiedlichen Begabungen von der Heterogenität untereinander und befördern die individuellen Entwicklungen.

Der 1985 gegründete Schulförderverein unterstützte die Idee und die Umsetzung der Schülerinnen und Schüler, suchte die enge Kooperation mit Schule und Träger des Ganztages, vernetzte das Projekt der Schülerinnen und Schüler mit unterstützenden Kooperationspartnerschaften wie Gemüseackerdemie e.V., FU Berlin und Grün macht Schule.
Zur Anschubfinanzierung  hat der Schulförderverein den diesjährigen Sponsoringlauf diesem Gartenprojekt gewidment  und wird die Betreuung und Anleitung der GemüseAckerdemie finanzieren.

Im Internet: grundstufe.gemeinschaftsschule-schoeneberg.de/home/foerderverein

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